Das hässlichste Haus in Aarau gewinnt den schönsten Preis

Der Baupreis der Stadt Aarau 2010 geht an das Herzoghaus. Ob das Herzoghaus in der Gais in Aarau nun gelb oder grün ist, darüber lässt sich zwar streiten. Sicher ist: das Haus mit der speziellen Konstruktion hat den Baupreis für den schönsten Wohnungsbau der Stadt gewonnen.

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Auszeichnung für einen auffallenden Baukörper

Auszeichnung für einen auffallenden Baukörper

Deborah Balmer

Da soll noch jemand sagen, in Aarau sei nichts los: Diesmal jedenfalls hatten die Aarauer die Wahl zwischen einer Vernissage im Forum Schlossplatz, der Eröffnung einer Ausstellung im Naturama und der Baupreisverleihung im Rathaus. Um die 80 Gäste hatten letztere Variante gewählt – darunter Stadträte und die Einwohnerratspräsidentin Angelica Cavegn, die von Stadtamman Marcel Guignard speziell begrüsst wurde.

Die Jury für den Baupreis 2010 hat sich dieses Jahr für das Thema Wohnungsbau entschieden. Kein Zufall: «Es sind verschiedene interessante Wohnbauten entstanden, die es verdienen, in den Vergleich gezogen und einem breiten Publikum bekannt gemacht zu werden», sagte Marcel Guignard in seiner Begrüssungsrede. Den Baupreis 2010 hat Aarau dem Herzoghaus in der Gais verliehen – ein Bau der Architektenbrüder Thomas und Beat Schneider. Ein Heimspiel für die beiden Aarauer. Entsprechend gross war die Freude. Beat Schneider drückt es so aus: «Das Herzoghaus ist zwar eines unserer kleinsten Bauvorhaben, doch es ist sehr schön, in der Heimatstadt einen solchen Preis zu gewinnen.»

Beliebtes Wohnhaus

Schneider & Schneider haben bereits in Frauenfeld das Kantonsspital und in Luzern eine Augenklinik entworfen. Dass das fünfgeschossige Haus in Aarau gefällt, hat auch der verantwortliche Bauherr Markus Berner erfahren, der sein Büro im hoch gelegenen Erdgeschoss des speziellen Gebäudes hat: Immer wieder seien Interessenten ins Büro gekommen und hätten wissen wollen, ob eine der Wohnungen frei sei. Jedes der vier Obergeschosse enthält eine Wohnung mit dreieinhalb Zimmern. Der Mietpreis beträgt 1800 Franken.

Das Grundstück wurde vor dem Hausbau als Parkplatz genutzt. Die Idee, darauf ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen, hat die Jury als zeitgemässes Bauen gewürdigt.

Die Ausstellung zum Baupreis im Rathaus Aarau läuft bis Ende April.