Hallenbad
Das Hallenbad ist eine Kostenfalle

Die Gemeinde Schönenwerd will wissen, wie gross der Rückhalt für das Hallenbad ist. Für die Synchronschwimmerinnen ist dieses existenziell.

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Das Hallenbad ist eine Kostenfalle

Das Hallenbad ist eine Kostenfalle

Marco Wölfli

Hallenbäder sind teuer im Unterhalt und Betrieb. Wenn dann noch eine grosse Sanierung dazukommt, kann das Budget einer kleinen Gemeinde arg strapaziert werden.

Dieses Schicksal ereilt im Moment die Solothurner Gemeinde Schönenwerd. Ihr in die Jahre gekommenes Hallenbad muss bis 2014 für eine halbe Million Franken saniert werden. Vorerst wird aber nicht investiert, denn eine Schliessung des Hallenbades steht zur Diskussion. Aus diesem Grund wird im Moment mit der Schule abgeklärt, wie gross, das Bedürfnis nach einem Hallenbad in Schönenwerd wirklich ist.

Trotz den Abklärungen ist der Gemeinderat Johannes Brons (SVP) der Meinung, dass das Hallenbad weiter bestehen muss: «Für Schönenwerd wäre es wichtig auch weiterhin ein Hallenbad zu haben. Besonders weil wir in Zukunft Standort einer Progymnasiumsklasse sind.»

Teil des Sportunterrichts

Die Schulen von Schönenwerd gehören zu den Hauptnutzern des Hallenbades. Infolge Turnhallenknappheit findet ein Teil des regulären Sportunterrichtes im Wasser statt. Remi Bürgi ist Schulleiter der Oberstufe und ein Verfechter einer Weiterführung des Hallenbades: «Es ist ein Privileg, dass wir die-
ses Bad besitzen. Mit dem Schwimmunterricht können wir dafür sorgen, dass alle Kinder nach der obligatorischen Schulzeit schwimmen können.»

Bürgi ist sich auch der Kosten des Hallenbades bewusst: «Die Gemeinde kann sich nur das leisten, was sie auch bezahlen kann. Unter dem Strich ist das Hallenbad ein ‹nice to have›.»

Verein ist angewiesen

Der Synchronschwimmverein Schönenwerd gehört zu den stärksten in der Schweiz. Für seine Trainings ist er auf das Hallenbad angewiesen. Claudia Piller ist die Sportverantwortliche beim Synchronschwimmverein. Sie weiss um die Wichtigkeit des Bades: «Das Hallenbad ist für uns lebensnotwendig. Wir haben schon jetzt zu wenig Wasserfläche und müssen zeitweise nach Olten ausweichen.»

Eine Schliessung des Schwimmbades hätte gravierende Folgen, prophezeit Claudia Piller: «Unter Umständen müssten wir unseren Verein schliessen. Das wäre besonders bitter, denn in letzter Zeit haben wir wieder mehr Nachwuchs.»

«Ich bin optimistisch»

Noch ist es aber glücklicherweise nicht so weit. Claudia Piller hofft nun, dass ihr Verein noch stärker in die Bedürfnisabklärungen der Gemeinde einbezogen wird. Denn bisher konzentrierte sich die Gemeinde hauptsächlich auf die Schule. «Gemeinderat Brons kam zwar einmal an eine Sitzung von uns, doch meistens müssen wir von uns aus aktiv werden», erklärt Claudia Piller. Sie ist aber trotz allem zuversichtlich, was die Zukunft des Schönenwerders Hallenbades betrifft: «Alle Beteiligten wollen das Hallenbad behalten, deshalb bin ich optimistisch.»

Auch wenn das Hallenbad in Schönenwerd Rückhalt geniesst, lassen sich die Sanierungskosten nicht wegdiskutieren. Aus diesem Grund werden am Ende mit grosser Wahrscheinlichkeit die Finanzen den Ausschlag geben.

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