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Das grosse Warten auf genügend Schnee

Der erste Schnee im Mittelland weckt die Lust aufs Skifahren und Boarden. Doch die Schneedecke in den Wintersportgebieten in der Region ist noch zu dünn. Skiliftbetreiber in der Region haben die Anlagen noch nicht geöffnet – sie bangen ums Geschäft.

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Franz Schaible

Ein Blick auf die Jurahöhen, so weit es der Nebel überhaupt erlaubt, eröffnet dem Betrachter wunderschöne Winterbilder. Doch der Schein trügt, zumindest für die Wintersportler. «Auf Grund der jetzigen Schneesituation kann die Saison frühestens am Samstag, 19. Dezember 2009, eröffnet werden», heisst es auf der Homepage der Skilifte Grenchenberg AG (Stand Donnerstag). Aber auch damit wird aller Voraussicht nach nichts.

«Die Schneedecke von aktuell 10 bis 15 Zentimeter ist zu dünn», erklärt Betriebsleiter Tobias Freudiger auf Anfrage. Um die Pisten um die zwei Skilifte auf dem Grenchner Hausberg tadellos zu präparieren, brauche es schon 30 bis 50 Zentimeter Schnee. «Wie die Wetterprognosen zeigen, müssen sich die Wintersportler also noch etwas gedulden.»

«Wir sind startklar»

Dieselbe Auskunft erteilt Bele Schmid, Betriebsleiter der Sportanlagen Balmberg AG. Von den Temperaturen her wäre das Wetter zwar ideal, aber der Schneefall sei bislang zu gering ausgefallen, um eine genügend dicke Schneeschicht zu «produzieren». «Die Anlagen für den Wintersport sind aber bereit. Wir sind startklar und nun fehlt nur noch der Schnee.»

Dieses Gefühl kennt Walter Lehmann, Präsident der Skiliftgenossenschaft Walterswil, nur zu gut. Augrund der Höhenlage - die einzige Skipiste im Oberaargau liegt zwischen 700 und 780 Meter über Meer - «können wir den Skilift nur selten in Betrieb nehmen». Selbst in der vergangenen Top-Saison lief der Lift nur gerade während zweier Wochen. «Im Durchschnitt bleibt der Lift alle zwei Jahre ausser Betrieb.» Keinen anderen Bericht vermeldet die «Skistation» Schwenigmatt oberhalb von Balsthal: «Ein wenig Schnee, ca. 5 Zentimeter», heisst es auf der Homepage der Betreiberfamilie Jürg und Nicole Lehmann.

Auch wenig Hoffnung auf einen baldigen Start der Skisaison hegt Peter Hammer, Eigentümer und Betreiber der beiden Skilifte in Langenbruck. Dabei sei der erste Schnee vor den Fest- und Ferientagen jeweils wichtig für das Geschäft. «Viele Sportler wollen ihre Skiausrüstung auf den Hängen in der Region testen, bevor sie in die grossen Skikdestinationen in die Ferien verreisen», weiss Hammer. Im vergangenen Winter ging der Wunsch in Erfüllung. Dank intensiven Niederschlägen waren alle Skigebiete in der Region spätestens ab Mitte Dezember in Betrieb.

Kein lukratives Geschäft

Nebst der Angst vor ausbleibendem Schneefall plagt alle regionalen Skiliftbetreiber auch die Betriebsrechnung. So etwa schwelgt der 59-jährige Peter Hammer - er hat den Skiliftbetrieb in Langenbruck von seinem Vater übernommen - in Erinnerungen: «In den neunziger Jahren liefen die Lifte durchschnittlich während 40 Tagen. Heute zählen wir noch 25 Betriebstage, das absolute Minimum für eine ausgeglichene Rechnung.» Deshalb sei eine Schliessung immer wieder ein Thema. «Aber vorerst laufen die Anlagen weiter», sagt Hammer, der den Betrieb mit viel Herzblut führt.

Balmberg bald geschlossen?

«Wir geben uns alle Mühe, den Skilift in Walterswil in Betrieb zu halten», ergänzt Walter Lehmann. Solange die Finanzierung durch die Skiliftgenossenschaft sichergestellt sei, könne in Walterswil dem Skisport gefrönt werden. Falls es Schnee hat. Und selbst das grösste Wintersportgebiet in der Region kämpft ums Überleben. «Wenn in den nächsten beiden Wintern nicht genügend Schnee fällt, gibts in drei Jahren wohl keine Skianlagen auf dem Balmberg mehr», erklärte Guido Sterki, Verwaltungsratspräsident der Sportanlagen Balmberg AG, Ende Oktober gegenüber der Solothurner Zeitung.