Lüt.
Das grosse Geheimnis verrät noch keiner

In ein quirliges Freilichtstudio verwandelt das Schweizer Fernsehen für zwei Tage «s Stedtli» in Laufen. Auf jeden Fall lohnt sich auch heute Sonntag noch ab Mittag der Weg nach Laufen, um die Arbeit der Fernsehleute zu beobachten.

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Moderator

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Schweiz am Sonntag

Von Heiner Leuthardt

«Ja, dieser Arm ist schwer, und wer in seine Nähe kommt, der spürt das», kommt die Warnung über die Lautsprecher. Die Leute schauen verdutzt auf den mit schwarzem Tuch umwickelten langen «Arm» des Kameramannes, der diesen über ihre Köpfe hinweg führt. «Das da vorne ist eine Kamera, sicher», flachst der Sprecher, als das Ungetüm erst kurz vor dem Kopf eines Zuschauers stoppt. Dieser schaut verdutzt in die Linse. Nur schade, dieses Bild geht noch nicht über den Sender.

«Alles bereit? Ok? Wir fangen an.» Die Regisseurin Helen Steudler probt den ersten Auftritt von Moderator Nik Hartmann mit seiner Laufner Gastgeberin Anja Suter. In zügigem Schritt schreiten sie vom Rathausplatz in Richtung Untertor zwischen Bankreihen und Zaungästen hindurch. «Stopp, das ist eure Position.» Nik Hartmann improvisiert die Anmoderation. Der Schwenkarm hat ihn genauso fixiert wie zwei Steadycams. Ihn stört das nicht, Stadträtin Anja Suter muss sich erst noch an das geschäftige Treiben um sie herum gewöhnen. Sie bleibt ruhig und lacht über die Spässe von Nik.

Hartmanns Blick schweift über die Strasse und bleibt am riesengrossen Monitor hängen. Gebannt schaut er hin. «Siehst du das?» Anja Suter schaut auch hin. «Möchtest du auch einen?» Sie winkt ab und lacht. «Ich schon!» Ein zwei Schritte, und Hartmann ist in der nahen Konditorei verschwunden. Eine Minute später kehrt er mit einem Mohrenkopf zurück, den er genüsslich verdrückt. Position um Position wird ausprobiert, besprochen, korrigiert, mit Gästen gesprochen, die noch gar nicht da sind. «Ok, das ist gut. Jetzt brauche ich die Kameras nicht mehr. Wir proben trocken weiter.»

Immer mehr Leute kommen ins Stedtli und staunen über die ganze Installation. «50 Tonnen Material haben wir mitgebracht und dreieinhalb Kilometer Kabel verlegt», berichtet Produzent Rico Dettling. Zur Crew gehörten rund 40 Personen von der Technik und dem Programm, «darin eingeschlossen der Moderator», lacht er. Beeindruckend ist auch der Fahrzeugpark mit dem grossen Car, in dem die Steuerpulte der Technik und Regie untergebracht sind.

Dieser Teil ist für das Publikum nicht zugänglich. Aber auch so lohnt es sich, heute Sonntag ab spätestens Mittag die weiteren Proben im «Stedtlistudio» mit Festbetrieb zu beobachten. Da tritt nicht nur die «SF Husmusig» auf, sondern auch Lokalmatadorin Sarah-Jane oder das «Trio Euter». Aber das grosse Geheimnis wird bei den Proben, die bis etwa 18 Uhr dauern, nicht verraten: die Wochenaufgabe. Zwar ist sie in aller Munde.

«Wer hat es erfunden?» Alle berichten davon, selbst der Stedtlipolizist, der aber den Schwatzbasen den Bussenzettel mahnend vor Augen hält: «Bitte auch nicht darüber schreiben!» Es folgen lange Erklärungen, und die Verwirrung ist komplett. Heute Abend ab 20.05 Uhr wissen wir bestimmt mehr.

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