Weihnachtsproduktion
Das Geschäft mit der Versuchung

In gut sechs Wochen ist Weihnachten bereits vorbei. Höchste Zeit also für die Bäckereien und Confiserien, mit der Produktion der Weihnachtswaren zu beginnen. Dieses Jahr werden wieder dunkle Schokolade und Lebkuchen zu den Kassenschlagern zählen.

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Confiserie Hofer

Confiserie Hofer

Solothurner Zeitung

Mirjam Arnold

Im Gegensatz zu den meisten anderen Solothurner Confiserien und Bäckereien hat die Suteria bereits mit der Produktion begonnen. «Schliesslich ist Weihnachten ja schon bald wieder vorbei», sagt der dortige Beck-Konditor Roland Schüpbach und grinst. Ebenfalls bereits abgeschlossen ist die Schaufensterdekoration.

Im Vergleich zum Ostergeschäft zeigen sich bei allen befragten Geschäften teils grosse Unterschiede. So sei die Produktepalette an Weihnachten grösser, da nicht nur Schokoladeprodukte gefragt sind. Zudem dauert das Weihnachtsgeschäft länger als dasjenige an Ostern. «Das Ostergeschäft ist am folgenden Tag schon vorbei, während sich das Weihnachtsgeschäft vom Chlausetag bis etwa zum 6. Januar hinzieht», erklärt Philipp Hofer, Inhaber der gleichnamigen Confiserie.

Lebkuchen zum Chlausetag

In der Bäckerei-Konditorei Trüssel ist das Geschäft noch relativ ruhig verlaufen. «Wir fangen jetzt mit der Produktion der Lebkuchen an», sagt Backstubenchefin Marianne Ricklin. Dies mit Ausblick auf den Samichlaustag. Die Lebkuchen werden kleiner ausfallen als früher. «Sie sind nicht mehr in erster Linie ein Nahrungsmittel, sondern eher ein wichtiger Bestandteil der Chlousesäckli», so Ricklin und weiter: «Auch wenn er klein ist, ins Säckli rein muss er einfach.» Speziell wird auch das Konfekt ausfallen, schwerpunktmässig vor allem dasjenige, das schwierig in der Selbstherstellung ist. Chräbeli wären da ein gutes Beispiel. Keine speziellen Weihnachtsartikel wird es in ihrem Schokoladensortiment geben, «weil es in der Stadt schon zwei grosse Confiserien hat», so Ricklin weiter.

Sowohl Formen und Farben der Produkte als auch deren Zutaten werden auf die nahende Festzeit hin angepasst. «Typische Beispiele sind Orangen, Nüsse und Zimt», meint Ricklin. Bei der Confiserie Trüssel wird das Kleingebäck zugunsten der Bänze karger ausfallen. Gemäss der Backstubenchefin würden in dieser Zeit sowieso Bänze bevorzugt, weshalb es für den Kunden keine grösseren Einschränkungen geben wird.

Dunkle Schokolade ist Trend

Zwei Wochen bevor die Konditorei Trüssel mit der Lebkuchenproduktion begonnen hat, fängt man in der Confiserie Hofer bereits mit der Herstellung der Schoggichläuse und der Bänze an. Als Trend sieht Inhaber Philipp Hofer auf die Festtage hin dunkle Schokolade. «Wenn die Schokolade rein ist und auf Milch und Zucker verzichtet wird, kann man den spezifischen Eigengeschmack der Kakaobohnen intensiver erleben», erklärt Hofer. Ähnlich sieht es Beck-Konditor Andreas Schaad von der Kaffeehalle. Allerdings führt er die Beliebtheit der dunklen Versuchung auf deren Bitterkeit zurück. «Mit dem Herstellen der Weihnachtsartikel, vor allem mit den Lebkuchen, haben wir Mitte November angefangen», erklärt Schaad. Schliesslich sollten Letztere bis zum 6. Dezember bereit sein. Einen weiteren Trend des Winters sieht Schaad in der Individualität des Konfekts und der Lebkuchen. «Spezielle Formen wie Sterne und Aufdrucke sind sehr beliebt», meint der Fachmann.

Genügend Personal vorhanden

Die meisten Geschäfte müssen über die Festtage zusätzliches Personal einstellen. Bei Trüssel stehen die zwölf Teilzeitarbeitenden auf Abruf bereit, während bei der Confiserie Hofer und bei der Kaffeehalle über diese Zeit Überstunden gemacht werden. «Zudem können dann keine Ferien genommen werden. Überstunden und freie Tage werden dann im Sommer abgebaut», erklärt Philipp Hofer. In seiner Confiserie greife man aber auf Verpackungsunterstützung beispielsweise durch den Beizug von Studierenden zurück.

Nicht nur in der Verpackung, sondern auch in der Produktion wird das Team der Suteria verstärkt. «Über diese Zeit gehen bei uns sehr viele Torten über den Ladentisch», sagt Beck-Konditor Roland Schüpbach. Zudem laufe der Online-Verkauf sehr gut. «Über die Weihnachtszeit produzieren wir etwa das Doppelte der sonst üblichen Menge», so Schüpbach und weiter: «Über Weihnachten laufen die Solothurner Torten sehr gut. Die gehören einfach auf den Tisch.»

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