Silke Amrein ist 68 Jahre alt und wuchs in Hamburg auf. Sie schreibt: «Wir haben das niederdeutsche Lied in der Schule gelernt. Wir lernten es natürlich mit unserem hamburgischen Akzent.» Und fügt an: «Wir durften die fröhliche Melodie immer so laut singen wie wir wollten, auch ein bisschen albern sein. Das war ein bisschen Freiheit in dem sonst sehr disziplinierten Schulalltag damals.»

Lütt Matten, de Has,
de mak sik en Spaß,
he weer bi´t Studeeren,
dat Danzen to lehren,
un danz ganz alleen
op de achtersten Been.

Keem Reinke, de Voß
un dach: "Das en Kost!"
un seggt: "Lüttje Matten,
so flink oppe Padden?
Un danzst hier allen
oppe achtersten Been?

Kumm, lat uns tosam!
Ik kann as de Dam'.
De Kreih, de speelt Fitel;
denn geiht dat kanditel;
denn geiht dat mal schön
op de achtersten Been!"

Lütt Matten gev Pot.
De Voß beet em dot
un sett sik in Schatten,
verspies' de lütt Matten.
De Kreih, de kreeg een
vun de achtersten Been.

Text: Klaus Groth (1819 - 1899)
Melodie: Karoline Wichern (1836 - 1906)

Andere Leserinnen und Leser sendeten folgendes an die Aargauer Zeitung: Darunter die 80-jährige Annemarie Suter aus Erlinsbach.

«Ich habe es 1952 im Kindergarten von Tante Paula gelernt», schreibt Werner Kämpfen aus Suhr. – «Ich könnte es Ihnen vorsingen», sagte Barbara Campiche aus Rombach. Kurzerhand vorgesungen hat das Lied die 80-jährige Heidi Bern aus Buchs. Ihre Mutter habe ihr noch ganz andere makabere Lieder beigebracht,
erinnert sie sich.

Leonie de Maddalena aus Aarau wiederum lernte es von der Grossmutter auf dem Heimweg von der Gehre kommend, wo sie Pilze sammelten. Karl Blattner aus Küttigen erzählte, Schwiegertochter und Sohn hätten ihm just dieses Lied anlässlich seines Geburtstags vorgesungen.

Chlii Joggi de Haas
de macht sich en Spass,
er will i de Gehre
das Tanze go lehre.
Er tanzet elei
uf em hinderschte Bei

De Fuchs liit im Gras
und passt uf de Haas
er rueft denn vo witem
«Du bisch jetzt en Gschite,
du tanzisch elei
uf em hinderschte Bei.»

«Chumm tanz du mit mer,
ich cha's wie en Herr,
es fidlet de Chräi,
mir tanze juhei
und walze und gümple
dur Stude und Stümpe.»

De Haas git ihm d'Tatze,
de Fuchs tuet scho schmatze,
er hocket is Gras
und frisst det de Haas.

De Giiger de Chräi,
kriegts hinderschte Bei.

(kus)