Fricktal
Das Fricktal ist eine wahrhaft glatte Region

Vereisender Regen überraschte gestern Morgen zahlreiche Fricktalerinnen und Fricktaler auf dem Weg zur Arbeit. Wer gestern Morgen aus dem Haus ging, musstevorsichtig sein: Treppen und Gehweg waren dick vereist. Deswegen im Bett zu bleiben, wäre eine verlockende Alternative gewesen.

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Das Fricktal ist eine wahrhaft glatte Region

Das Fricktal ist eine wahrhaft glatte Region

Lilly-Anne Brugger

«Es regnet, also brauche ich heute anstelle von Mütze einen Regenschirm und die Moonboots kann ich auch zu Hause lassen.» Das dachte sich gestern Morgen der eine oder andere Fricktaler, als er oder sie aus dem Fenster schaute. Doch der erste Eindruck täuschte: Es regnete zwar, die Temperaturen waren im Vergleich zu den letzten Tagen aber nur leicht angestiegen, das Thermometer zeigte nach wie vor
Minustemperaturen. So kam es, dass der Regen gefror, sobald er auf den Boden traf. Leicht bekleidete Fricktaler wurden auf dem falschen Fuss beziehungsweise in den falschen Schuhen erwischt.

Doch wie kann man sich gegen so heimtückisches Wetter wappnen? Sich im Bett nochmals umdrehen, Decke über den Kopf ziehen und warten, bis es entweder nicht mehr regnet oder nicht mehr so kalt ist, können sich die wenigsten leisten. Die Arbeitgeber verlangen trotz glitschigen Gehsteigen, dass die Mitarbeiter pünktlich sind. Vielleicht wäre es stattdessen besser, den Salzstreuer aus der Küche mitzunehmen. Salz taut bekanntlich Eis auf. Streut man das Salz vor sich auf das Trottoir, müsste die Eisglätte somit gebannt sein. Doch einen Haken hat diese Massnahme: Damit derjenige, der das Salz streut, auch vom Auftau-Effekt profitiert, müsste er so langsam unterwegs sein, dass er letztlich doch zu spät auf der Arbeit eintrifft.

Tiefschnee statt glatter Strassen

Manche Fricktaler haben deshalb in den letzten Tagen eine andere Art der Fortbewegung gefunden: Die weiss verschneiten Hänge eignen sich perfekt zum Tiefschneefahren. Da und dort sah man Ski- und Snow-
boardspuren, die sich vom Berg ins Tal zogen. So können die vereisten Strassen ausserhalb der Dörfer gut umgangen werden. Problematisch wird aber die Heimkehr. Ohne Skilift könnte dies eine ziemlich schweisstreibende Angelegenheit werden.

Kriechen ist sicherer

Doch kehren wir wieder in die flacheren Regionen des Fricktals zurück. Um ohne Sturz von A nach B zu kommen, lohnt es sich, die Fortbewegungsart «auf allen vieren» bei den Babys abzuschauen. Dadurch ist die Sturzhöhe gleich mehr als halb so hoch – und die Verletzungsgefahr entsprechend kleiner. Allerdings machen sich höchstens die Fasnachtsheimkehrer nichts aus den skeptischen Blicken der anderen Leute.

Für pflichtbewusste Fricktaler, die rechtzeitig zur Arbeit erscheinen wollen, gibt es noch eine weitere, nicht ganz so peinliche Fortbewegungsart: Schlittschuhe. Wer weiss, vielleicht wird dabei ein verborgenes Talent entdeckt und bei den nächsten Olympischen Winterspielen in Sotschi (Russland) nimmt ein Fricktaler als Eisschnelläufer teil. Aber ehrlich: Wie gross ist die Möglichkeit, dass dies passiert? Wohl nicht allzu gross. Deshalb wäre es gestern Morgen vielleicht doch die bessere Alternative gewesen, im Bett zu bleiben.