Freiamt

Das Freiamt wird hochwasserfest

Der Erusbach fliesst seit einem Monat in seinem definitiven Gerinne, die Bauarbeiten laufen.

Der Erusbach fliesst seit einem Monat in seinem definitiven Gerinne, die Bauarbeiten laufen.

Beim Hochwasser-Rückhaltebecken im Villmerger Gemeindeteil Hilfikon lief nicht alles nach Plan. Seit Ende Juli fliesst der Erusbach jetzt aber in seinem definitiven Bett.

Im November haben die Bauarbeiten für das Hochwasser-Rückhaltebecken «Schloss» im Villmerger Gemeindeteil Hilfikon begonnen. «Wenn alles nach Plan läuft, sind wir in einem Jahr fertig mit dem Bau», prophezeite Mario Koksch, der damalige Projektleiter Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt bei Baubeginn.

Leider lief nicht ganz alles nach Plan: Der Hang, an den sich der Damm anlehnen soll, ist immer weiter weggerutscht und hat die Arbeiten stark verzögert. «Es ist ein sehr schwieriger Hang», erklärt der neue Projektleiter Walter Baumgartner. «Jeder Quadratmeter ist anders.» Mit Betonsporen hat man versucht, dem Abrutschen entgegenzuwirken.

Wildtierkorridor und raues Gerinne

Ende Juli konnte alles so weit aufgebaut werden, dass der Erusbach nun in seinem definitiven Bett unter dem späteren Damm hindurchfliessen kann. Dabei ist das eine Ufer des Bachs mit rutschfestem Beton, das andere mit Natursteinen ausgelegt. «Der Beton dient dem Wartungsteam, die Steine sind als Wildtierkorridor angelegt», erklärt Baumgartner.

«Im Gegensatz zum Rückhaltebecken im Drachtenloch haben wir hier keine Fischtreppe eingebaut, sondern ein raues Gerinne, also ein steiniges Bachbett, angelegt», beschreibt der Projektleiter weiter. «Das ist meiner Meinung nach viel fischgängiger und natürlich auch viel billiger.»

Aufschütten des Damms

Als Nächstes folgt die weitere Entwässerung des Hanges, auf dem auch das Schloss Hilfikon steht. «Bis Weihnachten sollten wir dann den Damm aufgeschüttet haben», mutmasst Baumgartner. «Jedoch ist auch das natürlich wieder witterungsabhängig. Wenn es zu stark regnet, können wir nicht schütten, sonst bleibt zu viel Wasser im Damm.»

Der Hangrutsch im Frühling hat die Bauarbeiten um rund ein halbes Jahr zurückgeworfen. Anstelle des angestrebten Bauendes im November «wird es nun wohl Mai werden, bis alle Arbeiten ausgeführt sind».

Wenn der Damm steht, müssen Steine gesetzt und ökologische Massnahmen getroffen werden. «Der vorgeschriebene Weiher muss angelegt werden, und wir müssen die landwirtschaftlichen Flächen rekultivieren, auf denen wir momentan den Humus deponiert haben», beschreibt Walter Baumgartner.

18 Millionen pro Hochwasser

Das Becken soll rund 100 Jahre Bestand haben, davon gehen die Planer des Kantons aus. «Pro Hochwasser, das aufgehalten werden kann, können bis zu 18 Millionen Franken gespart werden», so der Projektleiter. «Da zahlen sich die 8,6 Millionen, die das Rückhaltebecken kostet, bereits beim ersten Hochwasser aus.»

Das Rückhaltebecken in Hilfikon ist momentan die grösste Baustelle im Wasserbau des ganzen Aargaus. Insgesamt ist das «Schloss» das dritte grosse Rückhaltebecken im Kanton, und alle drei stehen im Freiamt (Greuel Muri und Drachtenloch Villmergen). Das Drachtenloch habe sich 2007 sehr bewährt, so sei der Entschluss, auch am Erusbach ein Rückhaltebecken zu erstellen, bald gefasst gewesen. (aw)

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