Oberes Freiamt
Das Freiamt braucht mehr Zuganschluss

Die Anliegen des Freiamts werden beim Verkehr zu wenig berücksichtigt. Das hält der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt in seiner Vernehmlassung zum Richtplanentwurf «Umsetzung der Agglomerationsprogramme Verkehr und Siedlung» fest.

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Repla

Repla

Aargauer Zeitung

Eddy Schambron

Der Eintrag der Bünztalstrasse als Ergänzungsnetz im Sachplan Verkehr des Bundes dürfe nicht dazu führen, dass die Bünztalstrasse längerfristig als Entlastungsroute für die A4 ausgebaut werde. Die vom Bund an den Kanton gewährten Pauschalbeiträge für die Strassen des Ergänzungsnetzes seien vom Kanton vor Ort zur Beseitigung von regionalen Engpässen einzusetzen. Schon 2007 habe die Repla Oberes Freiamt festgehalten, dass die Lenkung des Quell- und Zielverkehrs der eigenen Region gegenüber dem reinen Durchgangsverkehr Priorität haben müsse. «Wir erwarten im Hinblick auf die Eröffnung der Autobahn 4 eine vermehrte Belastung der Querverkehrsachsen unserer Region. Ein Ausbau der Bünztalstrasse wird zudem einen massiven Zuwachs des Nord-Süd-Verkehrs durch unsere Region zur Folge haben. Wir fordern deshalb, dass auch im Agglomerationsprogramm Aargau Ost auf die Notwendigkeit einer möglichst frühen Zuleitung dieses Verkehrs auf die A4 hingewiesen wird und dieser nicht einfach unserer Region überlassen wird. Eine Südumfahrung von Wohlen muss deshalb ernsthaft in Erwägung gezogen und wohl auch im Agglomerationsprogramm erwähnt werden.»

Anschluss an Fernverkehrsnetz

Das ganze Freiamt weise neben dem Fricktal das grösste Entwicklungspotenzial im Kanton Aargau auf. Die Nähe zu den wachstumsstarken Agglomerationen Zürich und Zug, die Verbesserung der Erreichbarkeit durch die A4 und die landschaftlichen Qualitäten würden die Grundlagen dieses Wachstum bilden. «Soll diese Entwicklung zu einer nachhaltigen räumlichen Entwicklung führen, muss sie sich auf ein gutes schienengebundenes Angebot des öffentlichen Verkehrs stützen können. Mittelfristig muss deshalb das Freiamt mit einem Halt an das Fernverkehrsnetz der Schweiz angeschlossen werden (Wohlen-Lenzburg)», hält die Repla fest. Die Eröffnung der neuen Alpentransversale (Neat) durch den Gotthard werde den Fernverkehr massgebend beeinflussen. «Der Aargau profitiert von dieser neuen Verbindung nur im beschränkten Mass, müssen die Reisenden doch den Umweg über Zürich oder Olten in Kauf nehmen, obwohl durch das Freiamt eine gut ausgebaute Bahninfrastruktur zur Verfügung steht.» Die Planungsgrundsätze gegenüber dem nationalen Verkehr seien mit einer schnellen Verbindung von Aarau zum Neat-Bahnhof Arth-Goldau und eventuell weiter ins Tessin mit Halt in Lenzburg, Wohlen und Muri zu ergänzen.

Das obere Freiamt sei sich seiner Rolle als Transitkorridor für den Güterverkehr bewusst. Diese Rolle dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Region bloss den Lärm und die Erschütterungen des Güterverkehrs zu ertragen habe und nicht auch vom neuen Neat-Basistunnel profitieren könne. «Wir unterstützen deshalb die Forderung des Kantons gegenüber dem Bund, wonach der Güterverkehr den Regionalzugsverkehr nicht verdrängen und in seiner Entwicklung behindern darf.»