ACDC
Das Ende oder erst der Anfang: Wenn Musiker ihre Bands verlassen

Oft ging es um Alkohol, um Drogen oder Neid: Kaum eine grosse Band der Rockgeschichte spielt noch in ihrer Originalbesetzung. Wenn Musiker ausscheiden, wie jetzt Malcolm Young bei AC/DC, können grosse Bands daran zerbrechen - oder durchstarten.

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Erfolgreiche Bands mit prominenten Abgängen.
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Pink Floyd in der Originalbesetzung: von links Roger Waters, Nick Mason, Syd Barret und Rick Wright. Nachdem der Sänger Syd Barret aus der Band ausschied übernahm David Gilmour seine Aufgabe als Sänger und Gitarrist bei Pink Floyd.
Rolling Stones in Originalbesetzung mit Mick Jagger, Bill Wyman, Brian Jones, Keith Richards und Charlie Watts.
Queen mit John Deacon, Brian May, Roger Tasylor und der 1994 an Aids verstorbene Sänger Freddie Mercury.
Nach dem Alkohol-Tod ihres Schlagzeugers John Bonham löste sich die legendäre britische Rockband Led Zeppelin auf. Von links: Robert Plant und Gitarren-Legende Jimmy Page
Genesis mit Tony Banks, Phil Collins uns Mike Rutherford (von links). Nachdem Sänger Peter Gabriel ausstieg, übernahm Schlagzeuger Phil Collins seinen Job am Mirkofon.
Die wieder vereinten Take That 2011 mit Jason Orange, Robbie Williams, Howard Donald und Gary Barlow.

Erfolgreiche Bands mit prominenten Abgängen.

Keystone

Der Gitarrist Malcolm Young verlässt nach 41 Jahren die Hardrock-Truppe AC/DC - weil er krank ist. Meist ging es in der Pop-Geschichte um Alkohol, Drogen, Neid oder Geld, wenn Musiker ihre Band verliessen. Manche weltberühmte Gruppe versank damit in die Bedeutungslosigkeit. Andere Formationen stiegen nach einer Trennung in neuer Besetzung erst zum Weltruhm auf. Einige Beispiele:

PINK FLOYD: "We don't need no education" ist Ende der 70er Jahre ihr grösster Hit - doch 1985 verlässt Mastermind Roger Waters die Band nach 20 Jahren und zofft sich mit den Weggefährten vor Gericht um Songs, Shows und Namen. Während Waters das Anti-Kriegs-Drama "The Wall" seither immer wieder im Alleingang aufführt, kündigten David Gilmour und Nick Mason jetzt nach langer Pause für November ein neues - und vermutlich letztes - Studioalbum an.

GENESIS: Sänger Peter Gabriel verlässt die angesehene Progressive-Rock-Band 1975 aus künstlerischem Frust. Mit seinem Abgang wird Genesis totgesagt. Doch Schlagzeuger Phil Collins übernimmt die Frontmann-Rolle, und bald folgt mit "Follow Me Follow You" die erste Top-Ten-Single. Mit Mainstream-Pop sind die Briten in den 80er und 90er Jahren weltweit erfolgreich. Die Band verkraftet den Abgang von Gitarrist Steve Hackett ebenso wie die Solo-Ambitionen der restlichen drei Gruppenmitglieder. In den 90ern verlässt Collins Genesis, mit weiteren Sängern bleibt der Erfolg aus. Zehn Jahre später stehen die drei Rocker wieder gemeinsam auf der Bühne.

ROLLING STONES: Fünf Jahre nach dem Charthit "(I Can't Get No) Satisfaction" drängen die "Stones" den Gitarristen Brian Jones 1969 wegen seiner Alkohol- und Drogenprobleme zum Ausstieg - wenige Wochen später liegt er tot in seinem Swimmingpool. Trotz mehrerer Besetzungswechsel wird die Band um Mick Jagger und Keith Richards zu einer der langlebigsten der Welt. Es hagelt Auszeichnungen, Jagger wird Ritter des britischen Empires, und dieRock-Dinosaurier stehen nach mehr als einem halben Jahrhundert immer noch auf der Bühne.

QUEEN: Zwei Jahrzehnte lang spielt sich Queen ("Bohemian Rhapsody") zu einer der erfolgreichsten Rockbands der Geschichte hoch. Dann stirbt Sänger Freddie Mercury 1991 mit 45 Jahren an Aids. Der Rest hält die Legende mit Alben und Auftritten am Leben: Brian May und Roger Taylor spielen ab 2005 für ein paar Jahre mit dem neuen Sänger Paul Rodgers als "Queen + Paul Rodgers". Ein neues Album mit unveröffentlichten Mercury-Songs soll im November auf den Markt kommen.

LED ZEPPELIN: Schlagzeuger John Bonham trinkt sich 1980 während der Vorbereitung zu einem neuen Album zu Tode. Die legendäre britische Rockband löst sich auf. Beim ersten Live-Konzert nach 27 Jahren begeistern sie die Fans in London, 20 Millionen Menschen hatten sich um die Tickets gerissen. Am Schlagzeug sitzt dabei Bonhams Sohn Jason. Weitere Rockshows folgen nicht. Gitarrist Jimmy Page will mit dem alten Material wieder auf Tour gehen. Robert Plant hält aber nichts von einer Neuauflage und bringt mit seiner Band "The Sensational Space Shifters" ein neues Album heraus.

TAKE THAT: Da waren's nur noch drei: Gründungsmitglied Jason Orange verlässt die britische Band Take That ("Back for Good"). "Dies ist ein trauriger Tag für uns", schreiben die Bandmitglieder Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen auf ihrer Homepage. Dabei dürfte den Synchrontänzern Abschiedsschmerz vertraut sein: Die erfolgreiche Boygroup trennte sich 1996 nach dem Ausstieg von Robbie Williams. Tausende Teenager sind am Boden zerstört, Williams startet alleine durch und fabriziert Schlagzeilen mit Drogen und Alkohol. Neun Jahre später folgte die Wiedervereinigung, ohne Williams. Offiziell stiess dieser 2010 wieder zur Gruppe - zumindest kurzzeitig. (sda)