Toni Widmer

Statistisch werden sie nicht erfasst, die Gucklochsünderinnen und -sünder im Aargau. Doch Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser ist sich sicher: «Wir werden wohl auch im kommenden Winter wieder Dutzende von Leuten verzeigen müssen, welche die Scheiben ihrer Fahrzeuge nicht oder nur oberflächlich gereinigt haben und im Blindflug unterwegs sind.»

Krasse Fälle von Blindfahrern

Aus dem Kanton Baselland wurden diese Woche schon die ersten krassen Fälle gemeldet: «Bereits musste die Polizei erste ‹Blindflieger› - Fahrzeuge mit minimalen Gucklöchern - feststellen. Die Polizei Basel-Landschaft appelliert an die Vernunft und ruft mit Nachdruck in Erinnerung, dass die Scheiben eines Fahrzeuges vor der Abfahrt von Eis und Schnee zu befreien sind und nur so eine gute Sicht auf die Strasse und somit die Verkehrssicherheit gewährleistet sind.» Aus dem Aargau ist noch kein Fall bekannt. Bei tiefen Temperaturen werden die ersten Verstösse auch hier wohl kaum lange auf sich warten lassen.

Die Polizei kennt bei Gucklochfahrern kein Pardon: «Wir greifen bei Blindfliegern hart durch. Wer zu faul ist, vor der Abfahrt die Scheiben seines Fahrzeugs richtig zu reinigen, wird verzeigt», sagt Bernhard Graser. Sich ohne genügende Sicht mit einem Auto auf die Strasse zu wagen, gilt als grobes Verkehrsvergehen. Die Konsequenzen sind streng; eine saftige Busse gibt es auf jeden Fall.

Bis zum Entzug des Ausweises

Bei besonders krassen Verstössen droht gar der Entzug des Führerausweises. Weg ist das Billett ganz sicher dann, wenn jemand wegen nicht gereinigter Scheiben einen Unfall verursacht. «Die Gründe für unser konsequentes Vorgehen liegen auf der Hand», sagt Graser, «es gibt jedes Jahr mehrere Unfälle wegen Leuten, die zu bequem sind, ihr Auto fahrtüchtig zu machen. Da können wir einfach kein Auge zudrücken.»

Nachsichtig sei die Polizei, wenn der Automobilist oder die Automobilistin guten Willen gezeigt habe: «Es kann bei besonderen Witterungsverhältnissen sein, dass jemand seine Scheiben sauber gereinigt hat, diese aber nach wenigen Metern wieder beschlagen. Da lassen wir unter Umständen Milde walten und es bei einer Verwarnung bewenden», sagt Bernhard Graser.