Hans Kolhoff
«Das eine Haus wendet sich vom anderen ab. Das ist unerzogen, ja unsozial»

Architekt Hans Kollhoff kritisiert den Trend, «Minergiebaracken» zu bauen, statt sich auf klassische Bauweisen zurückzubesinnen. Viele Probleme Dietikons sieht er darin begründet, dass über Jahrzehnte Siedlungs- statt Städtebau betrieben wurde. Der Architekt über seinen Rückzug vom Grossprojekt Lindenhof in Dietikon und verfehlten Städtebau.

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Architekt Hans Kollhoff

Architekt Hans Kollhoff

Schweiz am Sonntag

Von Jürg Krebs

Herr Kollhoff, der Blick ins Limmattal muss Ihnen wehtun: Die vielen neuen Gebäude fallen vor allem durch eine Eigenschaft auf: ihre strenge, kubistische Form. Sie selbst sehen in der verspielten, klassizistischen Architektur die Idealform.
Hans Kollhoff: Tut es mir wirklich weh? Vielleicht habe ich mich schon daran gewöhnt. So wird halt heute in der Schweiz Städtebau und Architektur betrieben. Kubismus auf der grünen Wiese wird immer noch für modern gehalten, als sei er gerade erfunden worden. Mit städtischem Bauen hat das nichts zu tun. So entsteht Agglomeration. Die Leute werden nach Zürich fahren, wenn sie Stadt erleben wollen.

Diese Repetition des immer gleichen Baustils wirkt langweilig. Warum gibt es nicht mehr Abwechslung?
Schuld sind die Architekten, die diesen abstrakten Baustil seit einem halben Jahrhundert für avantgardistisch halten und dabei nicht einmal merken, wie konventionell das inzwischen ist. Ich finde das peinlich.

Tut sich die Schweiz schwer, städtisch zu bauen?
Die Schweiz hat eine grosse Tradition, städtisch zu bauen. Es gibt fantastische Beispiele bis in die 40er-, 50er-Jahre hinein. Nehmen sie die Sihlporte in Zürich, das ist Stadtbau. Zu diesem Zeitpunkt hat man in Deutschland nur mehr Siedlungsbau betrieben.

Sie unterscheiden zwischen Städte- und Siedlungsbau. Wie definieren Sie die beiden Begriffe?
Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts merkte, man bekommt die städtischen Probleme nicht mehr in den Griff, den Verkehr, den Schmutz, den Lärm und die Kriminalität, da begann man Wohnsiedlungen am Stadtrand zu bauen, im Grünen und gleichsam als Alternative zur Stadt. Die Stadt hatte man aufgegeben und es hat ein halbes Jahrhundert gedauert, bis die städtischen Probleme auch in der Peripherie angekommen sind.

Ihr Projektvorschlag Lindenhof in Dietikon wartete mit einer verspielten klassizistischen Fassade mit Erkern auf. Die Bauarbeiten für den neuen Stadtteil haben ohne Sie begonnen, warum?
Ich bin aus dem Projekt ausgestiegen, weil eine Bauweise, die nur noch auf energetische Optimierung fokussiert ist, 20 Zentimeter dicke Styroporplatten auf Betonwände klebt, keine Stadtstruktur zu bilden vermag. Die einen dämmen innen, weil sie sich der Modernität von Sichtbeton verpflichtet fühlen, die anderen aussen, um anschliessend einen Kunststoffputz darüberzuschmieren. Auf den ersten Blick sieht das ganz manierlich aus, aber das Gefühl sagt einem sofort: Das ist ein Styropormodell im Massstab 1:1, da wurde etwas provisorisch zusammengebastelt.

Sie kritisieren das Diktat des Minergie-Labels?
Ich bin nicht gegen Minergie. Ganz im Gegenteil. Die Art und Weise aber, mit der die Minergieregeln bei gleichbleibenden oder gar aufgrund restriktiver Kreditvergabe fallender Baukosten eingehalten werden, hat mit dem Bau städtischer Häuser wenig zu tun. Unsere urbane Wohnkultur in Europa ist eben etwas komplexer als der Minergiestandard. Sie lässt sich mit Styropor-Kartons nicht befriedigen. Man hat in der Euphorie technischer Optimierung modernen Bauens einen bedrohlichen Substanzverlust zu verzeichnen. Übrig bleiben Betonwände und -decken in der statisch notwendigen Stärke, Isolierverglasung in Aluminium - oder Kunststoffrahmen und Styropor. Das Ganze wird von Silikonfugen zusammengehalten.

Was ist die Alternative?
Ein städtisches Haus ist massiv gebaut, es hinterlässt, selbst wenn es filigran gegliedert ist, einen geschlossenen monolithischen Eindruck. Schauen Sie hier (zeigt aus dem Bürofenster in die Turnerstrasse in Zürich), das sind alles Häuser, denen man traut, weil sie uns körperlich entgegentreten, das heisst, nicht in ihre konstruktiven Bestandteile zerfallen. So sieht städtische Bauweise aus.

Die alten, massiven Bauten schneiden energetisch gegenüber Minergie oft gar nicht so schlecht ab.
Richtig. Die dicken Aussenwände von einem halben Meter Stärke und mehr, die oft zweischalig mit Luftraum ausgeführt wurden, schneiden in Verbindung mit Kastenfenstern und Satteldächern im Test gar nicht so schlecht ab.

Ein Haus aus Steinquadern kostet aber mehr Geld als Betonwände.
Ich muss ja nicht mit Steinquadern bauen, wenn ich ein solides Haus haben will, aber man kann nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllen zum halben Preis. Ein städtisches Bauwerk kostet sein Geld, es soll ja hundert Jahre halten und länger. Unser Bauen ist heute in der Regel auf Abschreibungszeiträume von 30, 35 Jahren kalkuliert. Das Beste, was dann passieren kann, ist der Abriss. Minergiebaracken sehen schon nach zehn Jahren verrottet aus. Das kann nicht ökologisch sein, und daraus entsteht auch keine Stadt.

Warum wird massenweise so gebaut?
Wer ein Haus bauen will, ist meist auf Banken angewiesen und diese sind bei der Kreditvergabe knauserig geworden und verlangen vom Entwickler entweder einen entsprechenden, vertraglich gesicherten Verkaufs- oder Vermietungsstand. Die Banken mischen sich deshalb immer häufiger in die Projekte und deren Vermarktung ein und wollen dann aus naheliegenden Gründen eben Styropor statt Stein.

Statt des Baufachmanns entscheidet der Banker?
So ist es. Der entscheidet am Ende über Architektur und Städtebau, ohne sich blicken zu lassen. Die Entpersonalisierung des Bauprozesses tut da ein Übriges. Der Investor ist anonym, oft eine Bank. Einen Bauherrn, der als Person dasteht und mit seinem Architekten spricht, gibt es nicht mehr. Letztlich verweist das alles aber auf ein gesellschaftliches Problem, denn am Schluss entscheidet der Käufer oder Mieter. Der Banker schätzt ja nur die Marktsituation ein und sorgt dafür, dass kein Rappen ohne Garantie des ins Auge gefassten Profits investiert wird. Wenn also der Bewohner an die Wand klopfen würde und sagen würde, das klingt hohl, darauf lasse ich mich nicht ein, wäre viel gewonnen. Aber der gibt sein Geld lieber für mediales Entertainment und Billigflüge aus.

Sie fordern gesellschaftliche Verantwortung beim Bauen, warum?
Was bei alldem auf der Strecke bleibt, ist die gesellschaftliche Verantwortung oder besser, der gesellschaftliche Stolz, der in kollektiver Anstrengung, Haus für Haus, Strasse für Strasse diese atemberaubenden europäischen Städte hervorgebracht hat. Zürich ist eine davon.

Hohe Baukosten führen zu hohen Mieten, das kann nicht der Sinn sein.
Natürlich ist es wichtig, dass Häuser und Wohnungen erschwinglich bleiben. Aber am Ende ist entscheidend, dass sich die Menschen in ihren Häusern und Städten zu Hause fühlen. Das tun sie in Billighäusern und auf öffentlichen Restflächen nicht.

Warum halten Sie so stark an der traditionellen städtischen Bauweise fest?
Weil ich mich dort gut aufgehoben fühle. Das hat mit der haptischen Wahrnehmung des Menschen zu tun. Ein gegliedertes Bauwerk, das eine körperliche Geschlossenheit aufweist und eine Materialität, die mich anzieht, deren Oberfläche ich berühren möchte, ist für mich ein Gegenüber, in gewisser Weise ein lebendiges Wesen, mit dem ich gerne Kontakt aufnehmen möchte.

Das ist bei heutigen Häusern nicht der Fall?
Das ist nicht der Fall, wenn das Haus aus zusammengefügten Einzelteilen besteht und die Haare sich schon bei Gedanken an die Berührung sträuben wie bei Styropor und Silikon. Im Übrigen begrenzt ein städtischer Bau präzise den öffentlichen Raum. Das scheut die heutige Bauweise, sie sucht Abstand. Sie will eigentlich im Park stehen. Diese Gesellschaft will nichts lieber als im Grünen wohnen und schaut zu, wie die Vorgärten asphaltiert werden, um das Blech abzustellen und auch noch aus dem letzten Quadratzentimeter Profit zu schlagen. Absurd.

Um Stadt zu bekommen, muss man offenbar Stadt wollen, auch in Dietikon.
Natürlich. Doch das richtet sich nach dem Markt. Wenn der Markt die Stadt ruiniert, seis drum. Das ist ein affirmatives und vollkommen unbürgerliches Denken. Ohne ein Mindestmass an bürgerlicher Haltung entsteht keine Stadt, sondern Agglomeration und bestenfalls eine Siedlung.

Ohne Bürgerlichkeit entsteht keine Stadt - was meinen Sie damit?
Bürgerlichkeit heisst doch zunächst ein Bewusstsein für die Gemeinschaft zu entwickeln, bei aller Sehnsucht nach privatem Glück. Das ist eines der Hauptprobleme von Agglomerationen, die mangelnde Kohärenz, das Fehlen nicht nur des stadträumlichen, sondern damit auch des sozialen Zusammenhalts. Städtische Architektur muss das Miteinander fördern, sie kann sich nicht nur darin gefallen, individualistisch zu sein. Wenn ich mit Politikern oder Planern rede, dann verstehen die das alles. Die Einzigen, die das nicht verstehen, sind die Architekten.

Warum nicht?
Weil sie Stadtentwicklung, die bewährten Prinzipien folgt und auf längere Zeiträume ausgelegt ist, langweilt. Sie wollen den ultimativen Kick, plötzlich.

Wie haben Sie diese Gedanken in das Dietiker Projekt Lindenhof einfliessen lassen?
In Dietikon haben wir eine Blockrandbebauung vorgeschlagen, die auch so realisiert wird. Das ist hierzulande ausgesprochen unkonventionell, ja geradezu avantgardistisch. Wie baut man in Zürich? Alle Häuser sind nach Süden oder auf den See ausgerichtet und das eine Haus schaut auf den Rücken des anderen. Das ist, wie wenn wir uns beim Gespräch demonstrativ den Rücken zuwenden würden, und deshalb unerzogen, ja letztlich unsozial. Die Blockrandstruktur ist das genaue Gegenteil. Die Häuser stehen einander gegenüber, sie treten über die Strasse hinweg miteinander in Kontakt und bilden gemeinsam den öffentlichen Raum.

Worauf ist zu achten, wenn man wie in Dietikon einen neuen Stadtteil plant.
In Dietikon musste man zunächst dafür sorgen, dass im Limmatfeld über die nächsten Jahre hinweg ein Stadtquartier entstehen kann, denn eine Stadt entsteht nicht von heute auf morgen. Ein Problem in Dietikon sind die viel zu breiten, auf den überörtlichen Verkehr ausgelegten Strassen. Die funktionalistische Verkehrspolitik genoss ja in den Siebzigerjahren eine ganz unangemessene Priorität. Diese Strassen werden nun schmaler und den Ansprüchen auch des Fussgängers angepasst. Dietikon hat ja eine ausserordentlich schnelle Entwicklung vom Dorf zur Agglomerationsgemeinde durchgemacht.

Was ist die Folge davon?
Man läuft durch die Stadt und fragt sich, wo ist eigentlich der Gravitationspunkt, ein Ort, der mir sagt, jetzt bin ich angekommen in Dietikon. Der Urbanisierungsprozess muss in Dietikon noch weitgehend nachgeholt werden. Das Quartier Limmatfeld sehe ich als Chance, einen Prozess der Urbanisierung anzustossen.

Hans Kollhoff und das Projekt Lindenhof im Limmatfeld Hans Kollhoff und das Projekt Lindenhof im Limmatfeld Der 62-jährige Deutsche Hans Kollhoff ist seit 1990 Professor für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich. Hans Kollhoff ist Präsident der Internationalen Bauakademie in Berlin. Seit 1984 führt er zusammen mit Helga Timmermann ein Architekturbüro in Berlin. 1996 gründete er das Atelier Hans Kollhoff in der Schweiz. Kollhoffs Architektur zeichnet sich zunehmend aus durch eine klassische Haltung. Er baut bevorzugt mit soliden, traditionellen Materialien wie Naturstein, Ziegel und Putz in handwerklicher Verarbeitung. In Dietikon ist Hans Kollhoff an der Entwicklung des Limmatfelds beteiligt. Sein Projekt Lindenhof sieht rund 120 Mietwohnungen sowie Verkaufs- und Büroflächen vor und wird von einem Immobilienfonds gerade für 66,4 Millionen Franken gebaut. Kollhoff ist aus dem Projekt ausgestiegen, weil er sich mit der Bauweise nicht einverstanden erklären konnte. Das an die städtische Architektur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts erinnernde Gebäude wird jedoch nach seinem Entwurf gebaut. Weitere Informationen: www.kollhoff.ch. (liz)

Hans Kollhoff und das Projekt Lindenhof im Limmatfeld Hans Kollhoff und das Projekt Lindenhof im Limmatfeld Der 62-jährige Deutsche Hans Kollhoff ist seit 1990 Professor für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich. Hans Kollhoff ist Präsident der Internationalen Bauakademie in Berlin. Seit 1984 führt er zusammen mit Helga Timmermann ein Architekturbüro in Berlin. 1996 gründete er das Atelier Hans Kollhoff in der Schweiz. Kollhoffs Architektur zeichnet sich zunehmend aus durch eine klassische Haltung. Er baut bevorzugt mit soliden, traditionellen Materialien wie Naturstein, Ziegel und Putz in handwerklicher Verarbeitung. In Dietikon ist Hans Kollhoff an der Entwicklung des Limmatfelds beteiligt. Sein Projekt Lindenhof sieht rund 120 Mietwohnungen sowie Verkaufs- und Büroflächen vor und wird von einem Immobilienfonds gerade für 66,4 Millionen Franken gebaut. Kollhoff ist aus dem Projekt ausgestiegen, weil er sich mit der Bauweise nicht einverstanden erklären konnte. Das an die städtische Architektur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts erinnernde Gebäude wird jedoch nach seinem Entwurf gebaut. Weitere Informationen: www.kollhoff.ch. (liz)

Schweiz am Sonntag

Wie soll dies gehen?
Dietikons Zentrum muss erst einmal ein Gesicht bekommen. Das heisst Intensivierung vorhandener Strukturen sowie Ergänzung des Angebots im Interesse einer städtischen Vielfalt, und das bedeutet Verdichtung im Zentrum. Anstelle von zusätzlichen Buslinien und breiteren Strassen sollte darauf geachtet werden, dass die notwendigen Dinge im alltäglichen Leben zu Fuss erledigt werden können. Nur das sorgt für eine lebendige Stadt und ist konsequent ökologisch.

Verdichten wird in den meisten Fällen mit Hochhäusern gleichgesetzt.
Verdichten kann man auch ohne Hochhäuser, aber die alten Städte, nehmen Sie Zürich, sind besonders durch ihre Silhouette gekennzeichnet. Ein Hochhaus kann zur Charakterisierung einer Stadt ganz wesentlich beitragen und wir haben für das Limmatfeld ein Hochhaus vorgeschlagen, um dieses neue Quartier markant in der Stadttopografie zu verankern. Die entscheidende Frage bei Hochhäusern ist, wie man daraus «Skyscraper» macht, das heisst schlanke, elegante Baukörper. Das ist nicht leicht, wenn man auch noch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen muss. Die Höhe darf also nicht einfach zu einem banalen Vermarktungszweck degenerieren. Sie muss eine Bedeutung im städtebaulichen Kontext erlangen.

Warum ist die Urbanisierung von Dietikon eigentlich so wichtig?
Weil Urbanisierung auf gemeinschaftliche Identität aus ist. Dietikons Zentrum hat ein enormes Entwicklungspotenzial. Die Attraktivität Dietikons lässt sich steigern.

Wie wichtig ist Geschichte für eine Stadt?
Sie ist wesentlich und grundlegend für die europäische Stadt. Deshalb ist es wichtig, dass die historischen «Krone»-Gebäude erhalten werden. Wenn solche «Monumente», also für das Kollektivgedächtnis wichtige Bausubstanz, abgerissen werden, reisst man gleichzeitig ein Stück gesellschaftliche Identität ein. Eine Stadt ist materialisierte Geschichte. Sie braucht Zeit, um zu gedeihen. Zeit, die im heutigen Städtebau nur noch in Ausnahmefällen gegeben wird.

Sie kritisieren die moderne Architektur als «vernachlässigbares Nebenprodukt des Marketings».
Ja, das hat unser Berufsstand zugelassen.

Die Folge sind markante, spektakuläre Bauten, um Aufmerksamkeit zu erregen.
So ist es. Je weiter man ans Ende der Wertschöpfungskette gelangt, desto weniger lässt sich verdienen. Ein Handwerker kann mit seinem Job kaum mehr überleben, weil vorher so viel Geld mithilfe der Architektur-Bilder verdient wurde. Ich war an Projekten beteiligt, die waren schon zweimal verkauft, bevor die Baustelle überhaupt eingerichtet worden war. Da ist für vernünftiges, qualitätvolles Bauen oft kein Geld mehr übrig. Da sind wir wieder beim Styropor auf der Fassade. Was derzeit zur Regel wird, ist schlicht skandalös.

Sie selbst bevorzugen eine klassische, zum Teil an antiken Gebäuden orientierte Architektur und handeln sich damit den Vorwurf eines Retroarchitekten ein.
Wenn ich daran interessiert bin, dass etwas über den Tag hinaus Bestand hat, dann stosse ich ganz zwangsläufig auf architektonische Traditionen, die man nur minimal den Verhältnissen anpassen muss und vielleicht noch ein wenig verfeinern kann. Das nenne ich eine klassische Haltung. Und wenn diese Haltung heute für mich richtig und alternativlos ist, nenne ich dies vorausschauende, moderne Architektur. Mit dem Begriff Retro kann ich mich also nicht anfreunden. Der zeitgenössische Exhibitionismus allerdings langweilt mich ohne Ende.

Woran sind Sie interessiert?
Die Lust am Entwerfen und Bauen liegt für mich in der minimalen Abweichung von der Norm und nicht in der ausgefallenen architektonischen Geste. Ich suche mit anderen Worten ein Mindestmass an Verbindlichkeit. Deshalb interessiere ich mich für die klassische Architektur und den traditionellen Stadtbau.

Das bedeutet, dass diese Art zu bauen eine allgemeine Gültigkeit und Akzeptanz besitzt.
Ja, das tut sie, und den Leuten gefällt das.

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