Claraspital

Das Claraspital bleibt auf Kurs

Hochmodern: Zu den neuen Räumlichkeiten gehört auch der Bronchoskopierraum.

Claraspital Basel

Hochmodern: Zu den neuen Räumlichkeiten gehört auch der Bronchoskopierraum.

Wegen der neuen Strahlentherapie erhöhte sich die Zahl der ambulanten Patienten im Claraspital. Am Samstag ist «Tag der offenen Tür».

Esther Jundt

Das Gesundheitswesen erlebt auch in dieser Region stürmische Zeiten. Ärzte streiken, Spitäler sollen geschlossen werden, und die Krankenkassen drohen mit happigen Prämienerhöhungen. Das St. Clara-Spital in Basel scheint allen Stürmen zu trotzen: Gestern blickte Spitaldirektor Peter Eichenberger vor den Medien auf ein zufrieden stellendes Jahr zurück. Die Jahresrechnung schloss sogar mit einem kleinen Gewinn ab.

Die für das nächste Jahr geplante Einführung der Fallpauschalen stelle auch für das Claraspital eine Herausforderung dar, sagten die Spitalverantwortlichen. Deshalb wird ein ambulantes Case Management eingeführt. Damit kann jeder Patient besser abgeklärt werden. Zudem wurde die Notfallstation neu organisiert.

Das ist wichtig, weil mehr als ein Drittel der stationären Patienten als Notfall aufgenommen wird. Mit der Einführung der Fallpauschalen werde sich die Aufenthaltsdauer der Patienten im Spital weiter verkürzen, sagte Eichenberger. Er rechnet zudem mit einem Anstieg der ambulanten Behandlungen.

50 Millionen investiert

Das Spital im Kleinbasel erlebte im letzen Jahr zahlreiche Um- und Anbauten. Auf dem Westgebäude wurde ein fünftes Stockwerk erstellt, im Untergeschoss wurde die neue Strahlentherapie eingerichtet, im Parterre erhielt die endoskopisch-diagnostische Abteilung neue Räume, und schliesslich baute das Spital auch eine Autoeinstellhalle. Investiert wurden rund 50 Millionen Franken. Trotz dieser Bauarbeiten ging der Spitalbetrieb weiter. In den 299 Betten betreute das Spital stationär 8136 Patienten. Mehr als die Hälfte stammte aus dem Kanton Basel-Stadt. Der Anteil der Zusatzversicherten lag ebenfalls etwa bei der Hälfte.

Eine Patientenbefragung habe gezeigt, dass 4,6 Prozent eine kritische Rückmeldung machten, sagte Eichenberger. Die Betreuung beurteilten 14,2 Prozent pro 100 Rückmeldungen als kritisch.
Die Bettenauslastung von 85 Prozent entspreche dem langjährigen Mittel, sagte der Spitaldirektor weiter. Es gebe Zeiten, da seien alle Betten belegt. Vor allem an Wochenenden und in den Sommermonaten gebe es Flauten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten ist in den letzten zehn Jahren von 12,3 auf 8,7 Tage gesunken.

Deutlich angestiegen ist - wie in allen Spitälern - die Zahl der ambulanten Patienten. 17 133 Personen oder 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr liessen sich ambulant behandeln. Die Zunahme sei darauf zurückzuführen, dass die Radioonkologie ihren Betrieb aufgenommen habe, erklärte Eichenberger. Seit dem letzten Juni können sich Krebspatienten im Claraspital auch einer Strahlentherapie unterziehen. Mit diesem Angebot biete das Claraspital alle Therapieformen bei Krebs an, betonten die Verantwortlichen.

Deutlich besser ist der Komfort in den neuen Untersuchungsräumen der Gastroenterologie und Pneumologie. Es wurden zusätzliche Warte-, Untersuchungs- und Ruheräume eingerichtet, womit parallele Eingriffe möglich sind. Dadurch kann die Wartezeit der Patienten verkürzt werden.

Diese Räume und die Radioonkologie kann die Bevölkerung am Samstag zwischen 13.30 Uhr und 17 Uhr an einem «Tag der offen Tür» besichtigen. Die Krebsliga wird eine spezielle «Darminstallation» präsentieren, nämlich einen begehbaren, acht Meter langen Darm.

14,6 Millionen zahlt der Kanton

Die Jahresrechnung schliesst bei einem Totalaufwand von 127,8 Millionen Franken (122,5 Millionen im Vorjahr) mit einem praktisch unveränderten Gewinn von 1,4 Millionen ab. Für den medizinischen Bedarf wurden 23,3 Millionen aufgewendet, die Personalkosten stiegen um knapp drei Millionen auf 72,7 Millionen. Basel-Stadt bezahlte für die Basler Patienten 14,6 Millionen Franken.

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