Gesundheit

Das bekannteste Tabu brechen

Jubiläum: (von links) Simone Forcart, die Präsidentin der Alzheimervereinigung beider Basel, Preisträger Karl Junker, Geschäftsführerin Barbara Peterli, TV-Moderator Kurt Aeschbacher und Preisträgerin Iris Junker. (zvg /Beat Böhner)

Alzheimervereinigung beider Basel

Jubiläum: (von links) Simone Forcart, die Präsidentin der Alzheimervereinigung beider Basel, Preisträger Karl Junker, Geschäftsführerin Barbara Peterli, TV-Moderator Kurt Aeschbacher und Preisträgerin Iris Junker. (zvg /Beat Böhner)

Die Alzheimervereinigung beider Basel hat sich für ihr 20. Jahr viel vorgenommen. Der Fokus-Preis wurde am Montag an Karl und Iris Junker aus Basel verliehen.

Jürg Gohl

Kaum eine Krankheit ist - auch wegen der Witze - so bekannt wie Alzheimer, und gleichzeitig ist sie ein grosses Tabu. «Niemand will sich mit irgendeiner Form von Demenz auseinandersetzen», sagt Barbara Peterli Wolf, «das wollen wir ändern.» Sie hat vor kurzem die Geschäftsführung der 20 Jahre alten Alzheimervereinigung beider Basel angetreten und will nun mit ihrem Verein vermehrt an die Öffentlichkeit treten.

Dabei rechnet sie vor, dass gerade der Kanton Baselland nicht darum herumkommen wird, sich in nächster Zeit noch intensiver mit Alzheimer und anderen Formen der Demenz auseinanderzusetzen. Denn der Anteil der über 80 Jahre alten Personen an der Gesamtbevölkerung wird sich bis 2050 grob verdoppeln im Vergleich zu heute.

Die Zahl der Erkrankten dürfte sich bis dann sogar verdreifachen. Und die aktuelle Altersstruktur im Landkanton lässt erahnen, dass sich das Demenz-Problem dort stärker akzentuieren wird als in der bereits «älteren» Stadt. In den beiden Basel weisen heute rund 7200 Personen eine Alzheimererkrankung oder eine andere Form der Demenz auf. Wenn man pro Fall noch zwei enge Angehörige hinzurechnet, so sind im Einzugsgebiet über 20 000 Personen direkt oder indirekt von Demenz betroffen.

Fokus-Preis an zwei Betreuende

Die Alzheimervereinigung beider Basel, die seit nunmehr 20 Jahren besteht und jährlich 1200 Anfragen zu behandeln hat, will erst in zweiter Linie das Tabu-Thema zur Sprache bringen. Noch vor der Aufklärungsarbeit steht die Hilfeleistung an die Erkrankten und an deren Angehörige. Um vermehrt wahrgenommen zu werden und den Service zu verbessern, wurde erst gestern eine neue Homepage aufgeschaltet; einen Tag zuvor wurde mit Starmoderator Kurt Aeschbacher als Zugpferd in Therwil das Jubiläumsjahr mit der Vergabe des Fokus-Preises eröffnet.

Als weiterer Schwerpunkt ist eine grosse Unterschriftensammlung für das Manifest «Priorität Demenz» geplant. Damit wird die Politik aufgefordert, mehr für die Betreuung dementer Personen zu unternehmen. Zudem soll die nächstjährige Jubiläums-Generalversammlung in einem grösseren Rahmen abgehalten werden.

Am Montagabend wurde in Therwil ebenfalls unter dem Siegel des Jubiläums der diesjährige Fokus-Preis an Karl und Iris Junker aus Basel verliehen, den Ehemann beziehungsweise die Tochter einer Erkrankten. Der geehrte Ehemann schilderte ganz offen, wie er mithilfe seiner Tochter trotz seines fortgeschrittenen Alters und einer schweren Herzoperation seine Frau seit Jahren in den eigenen vier Wänden betreut und dies weiterhin so zu halten gedenkt. Eine Situation ist dies, wie sie in mehreren tausend Haushalten der Region anzutreffen ist.

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