Känerkinden
Das Baselbiet im Banne des Bannes

Die Känerkinder Banntägler haben im Gebiet Kaiserstein an der Grenze zu Diegten einen neuen Grenzstein gesetzt.

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Banntag

Banntag

bz Basellandschaftliche Zeitung

Otto Graf

Känerkinden ist dieses Jahr in Festlaune: Punktgenau am 16. März hat das Volk den 650. Geburtstag des Dorfes mit einem Fest vor dem Gemeindezentrum gefeiert und dabei einen Gedenkstein eingeweiht. Gestern am Banntag ging es wieder um einen Stein, genauer gesagt um einen Bannstein im Gebiet Kaiserstein an der Grenze zu Diegten. Unter den wachsamen Augen von Gemeindepräsidentin Christine Bürgin und dem Diegter Gemeinderat Markus Schneider liess Peter Egli, stellvertretender Leiter des Amts für Geoinformation, den schweren Granitbrocken mit den eingemeisselten Gemeindewappen und der Jahrzahl am Dreibein mit dem Flaschenzug millimetergenau auf die Grenze setzen.

Känerkinden bezahlt Kanton bar aus

Der Stein sei am richtigen Ort, bestätigten alle Betroffenen. Jubiläumsgerecht fiel auch der Lohn für das Setzen des Steins aus. Einem alten Protokoll zufolge musste die Gemeinde für diese Dienstleistung einst die Summe von 67 Rappen auslegen. Den gleichen Betrag warf die Gemeinde auch dieses Mal auf. Die Präsidentin entschädigte den Kantonsvertreter vor Ort in bar. Auch die übrigen Kosten des neuen Bannsteins, das Einmessen und Setzen inbegriffen, übernehme das Geburtstagskind Känerkinden, sagte Gemeindeverwalterin Susanne Oswald. Alles andere als ein Stein des Anstosses ist der Zweckverband im Forstrevier Oberes Homburgertal. «Wir sagen nicht: ‹Es ist das Gelbe vom Ei›. Aber es funktioniert», gab Revierförster Martin Krähenbühl zu verstehen und zeigte auf, was aus dem Zweckverband in den zwei Jahren seines Bestehens geworden ist. Die Erwartungen hätten sich erfüllt, bilanzierte der Förster.

Gut 250 Personen, darunter eine stattliche Zahl der Nachfahren des Kericho, der dem Dorf den Namen gab, machten sich gestern um die Mittagszeit auf den Weg, um den Bann zu umrunden. Gleich nach dem Dorf gab es rote Köpfe, galt es doch gegen 300 Höhenmeter bis hinauf auf den Hau zu überwinden.

Banntagshut leistete wertvolle Dienste

Das Dach des Waldes sorgte aber für angenehme Kühle. Zudem rückten viele der Marschierenden mit dem obligaten Banntagshut aus. Letzterer leistete auf den Abschnitten auf freiem Feld unter sengender Sonne wertvolle Dienste. In der Festhütte oberhalb des Dorfes entwickelte sich nach dem Mittagsmahl bald eine lockere Stimmung.

Dabei war der geheimnisvolle Kaiserstein fast zwangsläufig ein Thema. Ob dort in grauer Vorzeit ein Kaiser Rast machte und dem Gebiet dem Namen gab, ist nicht überliefert. Aber die Känerkinderinnen und Känerkinder können sich das sehr wohl vorstellen. Flurnamenforscher Markus Ramseier sieht das realistischer: Wie im Flurnamenbuch von Känerkinden nachzulesen ist, verweist die Bezeichnung auf den Besitz der Familie Kaiser oder Keiser oder sie ist auf die felsige Topografie des Geländes zurückzuführen.

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