Das alles gehört bald den Aargauern

In einem Jahr gehört das Schloss Wildegg dem Kanton Aargau. Die Domäne umfasst nicht nur einen Gutshof und eine Schlossgärtnerei, sondern auch eigene Quellen, einen Gasthof und herrschaftliche Villen. Betriebsleiter Erland Eichmann zeigt, was alles zur 93 Hektaren grossen Schlossdomäne Wildegg gehört.

Irena Jurinak

93 Hektaren Land gehören zur Domäne von Schloss Wildegg: Darauf könnte man 93 Fussballfelder anlegen. «Das Besondere an Schloss Wildegg ist, dass es sich um eine intakte Domäne handelt», erklärt Schlossverwalter Erland Eichmann, der sich seit 17 Jahren um den Museumsbetrieb kümmert. «Zum Schloss gehörenaucheineGärtnereiund eine eigene Wasserversorgung.»

Am 1. Januar 2011 bekommt Erland Eichmann einen neuen Chef: Schloss Wildegg, das bisher zu den Schweizerischen Landesmuseen gehörte, wird dann von «Museum Aargau» übernommen. Auf einem Rundgang durch die Ländereien, die sich über das Gebiet der Gemeinden Möriken-Wildegg und Holderbank erstrecken, zeigt der Betriebsleiter, was alles bald den Aargauerinnen und Aargauern gehören wird.

Villen der Hugenotten

Gleich unterhalb des Schlosses liegt der 3000 Quadratmeter grosse Nutz- und Lustgarten des Schlosses. Seit 12 Jahren liefert die Vereinigung Pro Specie Rara Samen von verschiedenen alten und seltenen Pflanzensorten.

Auf dem Gutshof betreiben die Pächter Silvia und Alois Huber biologische Landwirtschaft: Ackerbau, Milchwirtschaft, und Schweinemast. «Sie haben den Betrieb modernisiert und ausgebaut», sagt Eichmann. In einem Hofladen bieten sie ihre Bioprodukte an. In der Schlossgärtnerei an der Hellgasse zieht der Gärtner Setzlinge, die im Frühling im Schloss verwendet werden. Im alten Gewächshaus – der Orangerie – überwintern Palmen und andere Topfpflanzen.

Gleich neben der Gärtnerei steht eine der herrschaftlichen Villen, die zur Domäne gehört. «Im Rillet-Laue-Gut wohnten früher die Hugenotten.» Die Wohnungen sind heute an Private vermietet. 31 Gebäude, 8 Wohnhäuser und 13 Wohnungen gehören zum Schloss. Darunter auch der Gasthof zum «Bären» mit Pächterhaus, für den zurzeit ein neuer Pächter gesucht wird.

Eigene Wasserversorgung

Ebenfalls privat vermietet sind die drei Wohnungen im Amslergut, das über der Hauptstrasse thront. Erland Eichmann ist für den Unterhalt der Liegenschaften zuständig. «Kontrollgänge mache ich meist zu Fuss, das geht schneller als mit dem Auto. Bei den Quellen bin ich mit dem Roller am schnellsten.» Die Domäne verfügt nämlich sogar über eine eigene, unabhängige Wasserversorgung, die aus drei Quellen im Wald am Chestenberg gespeist wird: der Geissbrünneli-Quelle, der Bernhardquelle und der Möriker Quelle. «Wenn wir zu wenig Wasser haben, können wir aus dem Gemeindenetz Wasser zupumpen.» Ebenfalls zur Domäne gehört eine Fischenz an der Bünz. «Das sind nur ein paar 100 Meter, die verpachtet sind.»

40000 zahlende Gäste besuchen das Schloss jährlich. «Ebenso viele nutzen den Aussenbereich des Schlosses zum Spazieren.» Auf dem Betrieb arbeiten rund zwanzig Mitarbeiter. «Im Herbst trommeln wir jeweils alle zusammen, um im Garten rund 20000 Tulpenzwiebeln nach Plan zu setzen.» Damit im Lustgarten 60 verschiedene Tulpenarten erblühen, wenn der Museumsbetrieb im April wieder eröffnet wird.

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