Niklaus Stuber

In den vergangenen Sommermonaten hat sich Öufi-Boot-Flotte als unverzichtbaren (Touristen-)Attraktion auf der Aare etabliert. Das belegen auch die guten Zahlen und viel mehr wäre gar nicht möglich gewesen, meint Kapitän Fred Fankhauser: «Wir hatten eine sehr gute Sommersaison», dies nicht zuletzt wegen der guten Zusammenarbeit mit Solothurn Tourismus (vgl. Kasten) und er hebt dabei besonders «die professionellen Stadtführungen auf der Aare» hervor.

Es sei aber auch eine gute Auslastung durch Vereine und Firmen erreicht worden, «die schnell eine stündige Fahrt oder einen Ausflug zum ‹Grüene Aff› machen wollten.» Verantwortlich für den Erfolg ist aber nicht nur die gute Auftragslage, sondern auch ein starkes Kostenbewusstsein: «Wir sind eher schmal gehalten», sagt Fankhauser nicht mit Bedauern, sondern eher mit Stolz. Und auch das nächste Jahr verspreche ein Erfolg zu werden, liegen doch bereits viele Buchungen vor: «Es zeichnet sich ein ähnlich gutes Jahr ab.» Dessen des Wetters: «Geburtstage, Firmenanlässe und Solches sind fix geplant und werden durchgeführt.»

Problemloses Nebeneinander

Die Bielersee Schifffahrt (BSG) mag Fankhauser nicht als Konkurrenz sehen: «Ich bin für die BSG keine Konkurrenz und sie für mich auch nicht.» Als Gründe führt er auf, dass er mit kleinen und Kleinstgruppen und ausserhalb eines starren Fahrplans unterwegs ist: «Ich fahre zu jeder Zeit, ich warte auf die Kunden - das kann die BSG nicht. Ich fahre keinen Kurs, die BSG hat ihren Fahrplan.» Zudem kommt eine Fahrt beim Öufi-Boot deutlich teurer zu stehen als auf der BSG, wobei eben auch ganz andere Dienstleistungen angeboten werden. Eigentlich mache er alles, was die BSG nicht mache und umgekehrt. Deshalb sei ein Nebeneinader problemlos möglich. Falls eine Anfrage seine Kapazitäten übersteige oder er einen Kundenwunsch nicht erfüllen könne, verweise er immer auf die BSG, «und auch wenn drei Leute mich für eine reine Fahrt nach Biel anheuern wollen, dann empfehle ich ihnen die BSG.»

Wasser ist auch im Winter ein Thema

«Seit wir mit unserem Betrieb angefangen haben, ist auch im Winter etwas auf der Aare los. Schlussessen, Apérofahrten, Fonduefahrten, Mandarinli- und Nüsslifahrten» - nach dem klassischen Sommergeschäft beginnt für Fankhauser und seine Crew von zurzeit fünf ausgebildeten, aber freiwillig und hobbymässig arbeitenden Flusskapitänen die Wintersaison. Ab zehn Personen löst er die Leinen und startet zur meist individuell ausgeführten Fahrt für Gruppen. «Vereine, Abteilungen, Geschäfte», sind es hauptsächlich, die seine Dienste jetzt auf den Jahresabschluss in Anspruch nehmen, erklärt Fankhauser. «Am Tag eher Richtung Büren und abends eher durch die schön beleuchtete Stadt.» Wer aber einfach von A nach B transportiert werden will, ohne Fondue, der kann sich das Boot auch ganz alleine mieten: «Wir haben Stundentarife, und wenn wir frei sind, fahren wir.» Diese Tarife richten sich nach gewünschter Dienstleistung. «Wir beraten aber individuell und können so die Dienstleistungen und die Kosten aufeinander abstimmen.»

Vom Schlauchboot bis zum 50-Plätzer

Die Flotte von «Öufi-Boot-Solothurn» hat ein respektables Ausmass angenommen und bietet «abgerundetes Angebot, das für den Geschäftsgang entscheidend ist», wie Fankhauser sagt: Das Öufi-Boot hat, nomen est omen, für 11 Personen Platz, die MS Pisoni bietet 32 Personen «Apéro»-Platz, die Jurablick bis zu 50 Personen, wobei alle Boote für mehr Passagiere zugelassen wären. Zwei kleinere Mietboote, Schlauchboote und das geheizten Schulschiff MS F runden das Angebot ab.