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Das «7 x 7»-Fieber ist ausgebrochen

Nun sind sie gestartet. Gestern Morgen war eine Gruppe des «7 x 7»-Projekts von «plugin2», der Jugendarbeit der Reformierten Kirchgemeinde Solothurn, schon nach Bellinzona unterwegs, eine andere bereits in Basel. Das Geld dazu haben sie sich mit Jäten, Fensterputzen, Car-Waschen verdient. Kurz: «Es fägt.»

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Solothurner Zeitung

Angelica Schorre

Am Samstagmorgen um 7.07 Uhr machten sich 5 x 7 Jugendliche aus der Region mit ihren 2 x 7 Leiterinnen und Leitern auf ins Unbekannte. In 7 Gruppen, während 7 Tagen, zu 7 Städten, aus denen sie das originellste Souvenir nach Solothurn bringen müssen. Dies mit 7 Franken als Startgeld. Die Jugendlichen müssen also Geld verdienen, um Essen und Billetts zu kaufen, um unterwegs übernachten zu können. «Eine echte Herausforderung», sagt Projektleiterin Beatrix Oesch von «plugin2», der Jugendarbeit der reformierten Kirche Solothurn, und freut sich: «Jetzt ist das «7 x 7»-Fieber richtig ausgebrochen.»

Ereignisse laufend im Internet

Die Vorarbeiten dauerten über ein Jahr. So ist zum Beispiel ein Filmteam seit Anfang Juni in den Städten unterwegs, hat ein Drehbuch geschrieben, denn der ganze Event soll auf DVD festgehalten werden. Die Ereignisse werden auf einer eigenen Homepage ständig aktualisiert (www.plugin2.ch, Flyer anklicken). Das Projekt wird von der Kirchgemeinde, der Kirche Bern-Jura-Solothurn und der Jugendförderung des Kantons finanziell unterstützt.

Teamgeist gefragt

«Wichtig ist, dass das Projekt nach unseren Regeln verläuft. Also keine Drogen, kein Alkohol», hält Beatrix Oesch fest. Die grosse Schwierigkeit für die Jugendlichen liegt darin, mit möglicherweise fremden Leuten sieben Tage ununterbrochen zusammen zu sein. Co-Leiterin Martina Leder: «Auch stehen die grundliegenden Dinge wie Essen und ein Schlafplatz nicht selbstverständlich zur Verfügung. Und nebenbei noch Geld verdienen - uff, mutig, wer sich dem stellt.» Und was passiert, wenn ein paar Jugendliche keinen Platz zum Schlafen finden? «Die Gruppe darf nicht unter einer Brücke übernachten», sagt Oesch, «wir haben in jeder Stadt eine Notschlafstelle organisiert. Die Gruppenleiter müssen sich täglich, spätestens bis 19 Uhr, bei uns melden, um uns zu sagen, wo sie schlafen und was das nächste Ziel ist.»

«Die Jugendlichen können in einem geschützten und abgesteckten Rahmen Freiheit und Abenteuer erleben», sagt Oesch. Der Schlussevent mit Abenteuerbericht und Preisverleihung für das originellste Souvenir findet am nächsten Freitagabend in der Stadtkirche statt.

Gestern Morgen um 9.30 Uhr gibt eine aufgestellte Alessandra Rüede, Riedholz, Auskunft: «Wir sind gerade auf dem Weg nach Langendorf, um Cars von Schneider Reisen zu waschen.» Am Samstag hätten sie in Solothurn einen Coiffeur-Salon geputzt, in Luterbach gejätet. Ein Teil ihrer Gruppe konnte in Attiswil bei einem Bauern im Garten helfen und Zwiebeln lesen. Alessandra: «Es macht total Spass!» Übernachtet hätten sie im «Submarine» in der Stadtkirche. Sie seien am Überlegen, ob sie zuerst nach Bellinzona, da es die weiteste Strecke bis dorthin ist, anstatt nach Fribourg reisen sollen.

«Total lustige Aktion»

Die Gruppe von Marianne Wyss, Solothurn, war gestern Morgen bereits nach Bellinzona unterwegs. Das Geld hätten sie sich am Samstag in Bellach mit Rasenmähen und Fensterputzen verdient. «Wir wurden spontan zum Mittagessen eingeladen», freut sich Marianne. Sie hätten erst auf dem Wochenmarkt in Solothurn nach Arbeit gefragt, aber da gabs nichts zu tun. «Aber die Leute haben uns Geld gegeben.» Der krönende Abschluss des Samstags sei ein Bad im Brunnen des Kunstmuseums gewesen. «Eine total lustige Aktion», so Marianne.

Co-Leiterin Martina Leder, Lommiswil, wurde gestern früh mit ihrer Gruppe in Basel telefonisch «erwischt». «Wir wollen heute in einem Altersheim fragen, ob wir jäten oder beim Essenverteilen helfen können.» Übernachtet hätten sie in Basel bei einer Bekannten einer Teilnehmerin. «Am Samstag haben wir vor der Suteria in Solothurn das Pflaster sauber gemacht, danach gabs gratis Bratwurst.» Sie hätten auch Geld bekommen. «Die Leute haben gemerkt, dass es uns mit dem Arbeiten ernst ist.»

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