Das 13. Mal – «das ist ein gutes Omen»

Verpflegungsposten: Die Geselligkeit und Kameradschaft stehen beim Feuerwehrmarsch im Vordergrund. (zvg)

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Verpflegungsposten: Die Geselligkeit und Kameradschaft stehen beim Feuerwehrmarsch im Vordergrund. (zvg)

Der Feuerwehrverein Langenthal organisiert seit vielen Jahren an Pfingsten den Feuerwehrmarsch. Der Anlass zieht längst nicht mehr nur aktive und ehemalige Feuerwehrler an, sondern auch unzählige andere laufbegeisterte Personen. Vereins- und OK-Präsident Max Kunz erklärt, wie der Marsch entstanden ist und wie die Strecke ausgewählt wird.

Tobias Granwehr

Herr Kunz, der Langenthaler Feuerwehrmarsch findet heuer zum 13. Mal statt. Ist das ein schlechtes Omen?
Max Kunz*: (Schmunzelt). Nein, das ist ein gutes Omen. Zumal die Prognosen gutes Wetter versprechen. Es soll etwa 22 Grad warm werden.

Der Feuerwehrmarsch findet traditionell am Pfingstsamstag statt. Warum?
Kunz: Bereits die Feuerwehr Riedtwil organisierte ihren Feuerwehrmarsch immer am Pfingstsamstag. Die Langenthaler Feuerwehr nahm dort viele Male teil. Als die Riedtwiler Organisatoren auf einmal aufgehört hatten, wussten wir am Pfingstsamstag jeweils nicht mehr, was tun. Im Ernst: Wir haben die Organisation von Riedtwil übernommen. Der Pfingstsamstag hat sich einfach in den Köpfen vieler Teilnehmenden eingeprägt, so müssen wir nicht jedes Jahr wieder ein Datum festlegen.

Der Feuerwehrverein hat mehr in die Werbung investiert. Wollen Sie den Feuerwehrmarsch noch bekannter machen?
Kunz: Wir haben an den Ortseingängen Langenthals mit Bewilligung der Stadt Werbetafeln aufgestellt. Dafür mussten wir natürlich auch etwas bezahlen. Unser Ziel ist allerdings nicht, noch grösser zu werden, sondern den Stand von 250 bis 280 Teilnehmenden zu halten. Da es aber keine Voranmeldung braucht, ist diese Zahl immer auch wetterabhängig. Unser Problem sind die Zinnbecher, die alle Läufer bisher erhalten haben. Ein Jahr haben wir zu viele, das andere zu wenig. Jetzt können die Teilnehmenden wählen zwischen einem Becher oder einem Gutschein für Naturalien.

Die Organisation dieses Anlasses kostet Geld. Wie finanziert der Verein den Langenthaler Feuerwehrmarsch?
Kunz: Da muss ich etwas ausholen: Ein Ziel unseres Vereins ist der Erhalt alter Feuerwehrfahrzeuge und -geräte. Für unsere vier Feuerwehrfahrzeuge haben wir bisher über 80 000 Franken ausgegeben. Hauptsächlich dafür braucht der Verein sein Geld. Wir haben 180 Mitglieder, die einen Beitrag von je 60 Franken pro Jahr zahlen. Wir sind jedoch auch auf die Einnahmen des Feuerwehrmarsches und des Raclette-Plausches, den wir ebenfalls organisieren, angewiesen. Natürlich geht nichts ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Die Einnahmen kommen also durch das Startgeld und die Festwirtschaft zusammen?
Kunz: Nein, das stimmt so nicht. Die Rechnung ist relativ einfach: Das Startgeld beträgt 16 Franken, pro Zinnbecher bezahlen wir Fr. 13.50, dazu kommen die Bewilligungen, die wir einholen müssen. Da schaut also nicht viel raus. Die Einnahmen generieren wir also nur mit unserer Festwirtschaft.

Der Feuerwehrverein organisiert den Feuerwehrmarsch aber nicht nur, um Geld zu verdienen ...
Kunz: ... Nein. Die Kameradschaft ist ebenso wichtig. Nicht nur regional, sondern auch überregional pflegen wir die Kameradschaft mit anderen Feuerwehren. Und nicht nur innerhalb der Feuerwehren: Es nehmen mittlerweile zum Beispiel auch sehr viele Walker und Wanderer am Marsch teil.

Die Behindertenorganisation Procap ist dieses Jahr ebenfalls wieder mit einer Gruppe am Feuerwehrmarsch dabei. Wie wichtig ist Ihnen deren Teilnahme?
Kunz: Es ist für Procap immer wieder ein spezieller Anlass. Es zeigt sich, dass die behinderten Menschen gerne an Anlässen teilnehmen, wo auch andere mitmachen. Das ist ihnen wichtig.

Die Strecke des Feuerwehrmarsches wechselt jährlich. Wie wird der Parcours ausgewählt?
Kunz: Zwei OK-Mitglieder suchen jedes Jahr einen neuen Rundkurs aus - so auch dieses Jahr. Einer der beiden hat die Strecke dann mehrfach getestet. Später haben wir das im kleineren Kreis besprochen und den Verpflegungsposten festgelegt. Dieser liegt nun beim Schützenhaus Lotzwil in der Nähe der Holzskulpturen. Vergangenen Samstag sind wir die Strecke schliesslich abgelaufen und haben festgestellt, dass sie zu lang ist. Wir mussten die Strecke deshalb noch etwas verkürzen - jetzt führt sie über knapp 13 Kilometer. Zudem gibt es noch die verkürzte Strecke, die etwa sechs Kilometer lang ist. Ich denke aber, nach 13 Jahren könnten wir bald wieder einmal eine der früheren Strecken nehmen.

Was läuft im Start- und Zielbereich ab? Die Teilnehmenden sollen nach dem Marsch ja nicht gleich nach Hause gehen.
Kunz: Im Start- und Zielgelände gibt es ein Unterhaltungsprogramm mit den Musikern Paul Bader und Franz Flückiger. Auch werden Oldtimerfahrten angeboten, und es gibt die Möglichkeit, aus dem Korb der Autodrehleiter die Umgebung zu betrachten. Dazu betreiben wir natürlich wie üblich die Festwirtschaft, so dass bis in die Nacht hinein zusammen gesessen werden kann.

*Max Kunz (74) war langjähriger Langenthaler Feuerwehrkommandant. Er gehörte 1991 zu den Gründungsmitgliedern des Feuerwehrvereins Langenthal. Diesen präsidiert er seit 1996.

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