Radwege
Dank Radrouten weniger Velo-Tote

Landesweit hat sich die Zahl der tödlichen Velounfälle 2009 auf 55 verdoppelt. Im Aargau sind die tödlichen Velounfälle von drei auf zwei zurückgegangen. Der Kanton begründet den Rückgang mit dem Bau von sicheren Radwegen.

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Dank Radrouten weniger Velo-Tote

Dank Radrouten weniger Velo-Tote

AZ

Hans Lüthi

«Es ist augenfällig, dass bei uns im Aargau immer mehr Velofahrer unterwegs sind», sagt Fridolin Vögeli. Der Leiter Strassenunterhalt in der Abteilung Tiefbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) muss es wissen: Auf «seinen» 1150 Kilometern Kantonstrassen ist er viel auf Achse, den Arbeitsweg von Würenlingen bis zum Buchenhof in Aarau inbegriffen. Als sich die Nachricht verbreitete, von den 348 Verkehrstoten 2009 in der Schweiz seien 55 Velofahrer, zog die Departementsspitze einen Vergleich mit dem Aargau. Und die Fachleute staunten über den Rückgang.

955 Kilometer Radrouten

Die Abnahme von drei auf zwei tödliche Velounfälle könnte statistischer Zufall sein. «Aber sie kann auch mit der stetigen Realisierung des kantonalen Radroutennetzes zusammenhängen», schreibt das BVU. Vögeli doppelt nach: «Unser Ziel ist es, bis Ende 2015 genau 955 Kilometer Radrouten im Aargau fertig zu stellen.» Derzeit fehlen nur noch 47 Kilometer Radwege und 97 Kilometer Radstreifen auf den Kernfahrbahnen. Diese gelb markierten Streifen schützen die Velofahrer, aber sie kommen nur innerorts infrage. Die Lösungen mit Kernfahrerbahnen haben vor Jahren in Birmenstorf begonnen und sind heute in über 100 Ortschaften markiert.

Velorüpel und Anständige

Der geäusserten Kritik, die Velofahrer seien primär selber schuld, weil sie oft ohne Licht und rüpelhaft unterwegs seien und Rotlichter missachteten, mag Fridolin Vögeli nicht zustimmen. Natürlich gebe es schwarze Schafe wie überall und speziell auch bei den Autofahrenden. «Bei den Velopendlern stelle ich gute Ausrüstungen fest, die tragen Leuchtwesten, fahren mit Helm und haben das Licht in Ordnung», fasst Vögeli seine Beobachtungen zusammen.

Wenig Verständnis hat er für die landesweite ZweiradOrganisation Pro Velo Schweiz, die eine Helmtragpflicht für Kinder und Jugendliche ablehnt. Mit der Begründung, 70 Prozent würden bereits den Velohelm benützen. «Heute gehört der Helm einfach dazu», betont Vögeli.

Übrigens: Seit 2005 schwankt die Zahl der tödlichen Velounfälle im Kanton zwischen zwei und drei. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2007 mit nur einem Opfer. Unabhängig vom Kanton sagt Polizeisprecher Rudolf Woodtli zum Aargauer Trend: «Der Hauptgrund ist sicher im guten Radwegnetz zu suchen.»

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