Rüti
Damit Subventionen nicht bachab gehen

Der Rütibach soll auf einem weiteren Abschnitt saniert und renaturiert werden. Die 37 Stimmberechtigten stimmten diesem Vorhaben zu. Sie waren auch dafür, «alte Zöpfe» abzuschneiden.

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Rütibach

Rütibach

Grenchner Tagblatt

Jürg Amsler

Annabella Iannone, abtretende Gemeinderätin und zuständig für Bau und Gemeindebetriebe, nahm gleich zu Beginn ihrer Erläuterungen den Versammlungsteilnehmenden den Wind aus den Segeln: «Vor zwei Jahren, als es um den ersten Teil der Bachsanierung beim Gemeindehaus und der Mühlegasse ging, habe ich gesagt, dass es bei dieser einzigen Etappe bleiben wird. Der Gemeinderat halte nichts von Salamitaktik. Dass es jetzt zu einem zweiten Teil kommt, hat andere Gründe.»

Eine Besichtigung vor Ort habe ergeben, dass eine reine Unterhaltsmassnahme im knapp 400 Meter langen Bachabschnitt nördlich des Siedlungsgebietes bis zur Flurwegbrücke nur wenig bringe. «Dem Rütibach soll mit einer Renaturierung zu einem ökologischen Neustart verholfen werden.»

Nicht nur die Natur werde gewinnen, sagte Annabella Iannone, «auch die Gemeinde kann profitieren.» Weil es sich um ein Renaturierungsprojekt handle, werde dieses zu 60 Prozent von Bund und Kanton mitfinanziert.

Das Gerinne ausweiten

Hugo Udry vom Ingenieurbüro TEP in Pieterlen erklärte der Versammlung das geplante Bauprogramm im Detail: «Es gibt zwei Probleme zu beheben, die Überschwemmungen bei grösseren Regenmengen und die Verlandung der Bachsohle.» Ziel der Sanierung sei es, mit geringen Massnahmen das Gerinne auszuweiten und die Abflussmenge zu erhöhen.

«Es ist vorgesehen, das Westufer zum Flurweg hin auszuholzen und die Böschung anzupassen. Auf der Ostseite des Baches wird auf Bäume und Bestockung der Böschung verzichtet. Dies ermöglicht einen maschinellen Unterhalt mit geringem Aufwand.» Verschiedene Wassertiefen in der Bachsohle, Einengungen, Steinblöcke und Buhen sollen zu unterschiedlichen Strömungsverhältnissen bei Niedrigwasser führen.

Nur, wenn Bund und Kanton mithelfen

Jubiläen und Dank

Gemeindepräsident Andreas Philipp konnte an der Gemeindeversammlung zu zwei Dienstjubiläen gratulieren. Lilian Garcia ist seit 10 Jahren als Verwaltungsangestellte bei der Einwoh-nergemeinde tätig. Hermine Vock kann 20 Dienstjahre als Hauswartin des Gemeindehauses feiern. Mit gebührendem Dank verabschiedete er die abtretenden Gemeinderätinnen Annabella Iannone und Brigitte Dutoit. (sl)

«Weitere Beiträge sind aus dem Renaturierungsfonds des Kantons Bern und aus dem Ökofonds der BKW zu erwarten», sagte Udry. Somit hätte die Gemeinde Rüti rund 40 000 Franken an die geschätzten Gesamtbaukosten von 303 500 Franken beizutragen. Der Ingenieur gab zu bedenken, dass der Renaturierungsfonds mit einem zu kleinen Beitrag gefüllt worden sei, um alle anstehenden Projekte berücksichtigen zu können.

Falls wider Erwarten von Bund und Kanton keine verbindliche Subventionen gesprochen werden, sieht der Gemeinderat vor, das Projekt zurückzusetzen. Die finanzielle Lage der Gemeinde würde es nicht erlauben, das ganze Sanierungsprojekt selber zu berappen. Nach der Klärung einzelner Detailfragen aus der Versammlung stimmte diese dem erforderlichen Kredit diskussionslos zu.

Kein Flickwerk mehr

Als ihr letztes Geschäft hatte Annabella Iannone den Nachkredit von 20 000 Franken für die Sanierung der Aufbahrungs- und Abdankungshalle zu begründen. Bei den in diesem Sommer in Angriff genommenen Aushubarbeiten habe sich herausgestellt, dass bei bisherigen Sanierungsarbeiten viel gepfuscht worden sei.

Die Bauvorsteherin: «Wir wollen dies nicht wiederholen und diesmal ganze Arbeit leisten. Unter Beihilfe eines Bauphysikers wurde die Lage neu beurteilt. Es wurde ein neues Projekt ausgearbeitet, das Mehrkosten verursacht.» Ohne Gegenstimme wurde der Nachkredit gutgeheissen.

Überflüssige Reglemente

Stillschweigend genehmigten die 37 Stimmberechtigten den Voranschlag 2010 mit einem Ertragsüberschuss von 43 400 Franken. Die Steueranlage bleibt unverändert bei 2,08 Einheiten. Gegen die Teilrevision des Personal- und Besoldungsreglementes hatte die Versammlung nichts einzuwenden.

Diskussionslos, dafür mit Schmunzeln, wurden zwei Reglemente aufgehoben: Das Reglement über die Sonntagsruhe vom 23. Februar 1907 und das handgeschriebene Reglement betreffend das Einsammeln von Maikäfern vom 14. April 1906.