Damit Kinder Bücher lieben lernen

Erweiterung: Die Welt aus der Geborgenheit von Mamas Arm heraus entdecken: Die Gelterkinder Bibliothek hat mehr Kleinkinder-Medien angeschafft. (Niz)

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Erweiterung: Die Welt aus der Geborgenheit von Mamas Arm heraus entdecken: Die Gelterkinder Bibliothek hat mehr Kleinkinder-Medien angeschafft. (Niz)

Kommen Kinder mit zu kleinem Wortschatz in den Kindergarten, ist für Förderung der Zug schon abgefahren. Ab Herbst soll deshalb im ganzen Kanton das Projekt Buchstart Kinder in die Bibliotheken locken. Seit Mittwoch geht Gelterkinden voran.

Daniel Haller

Emotional und ideologisch gehen die Wogen hoch in der politischen Diskussion, ab welchem Alter man Kinder zwecks Sprachförderung einschulen müsste, sollte oder darf. Weniger umstritten dürfte hingegen das Projekt sein, das mit gleichem Ziel seit Mittwoch in der Gemeinde- und Schulbibliothek Gelterkinden läuft: Kinderärztinnen und -ärzte der 16 Gemeinden im Sekundarschulkreis Gelterkinden geben ab sofort den Eltern von Neugeborenen beim ersten Arztbesuch einen Gutschein ab, den diese in der Gelterkinder Bibliothek einlösen können.

Mamas Kuss ist der liebste

In der Bibliothek erhalten sie ein Paket der Aktion Buchstart Schweiz:

- Ein an die Eltern gerichtetes Kinderbuch mit dicken Karton-Seiten, das aufzeigt, wie sie mit Liedern, Versen, Bildern, Fingerspielen, Geschichten und Büchern die Sprachentwicklung ihres Babys positiv beeinflussen können. Dieses Buch können sie auch zusammen mit dem Kind anschauen.

- Ein Buch, in dem pro Seite ein Gegenstand gezeichnet und ein Wort geschrieben ist.

- Das Buch «Noch ein Kuss», in dem das Kleinkind verschiedene Küsse fühlen kann: von der Ente, vom Schwein, vom Pferd, vom Schmetterling... Fazit: «Mamas Kuss ist der liebste.»

Das Paket soll Kinder so früh als möglich mit Büchern in Kontakt bringen, um in die Welt der Sprache und der Fantasie lustvoll einzutauchen. «Die Hirnforschung hat gezeigt, dass die ersten drei Lebensjahre entscheidend sind», betonte Bibliotheksleiter Andreas Weber an der Eröffnungsveranstaltung. «Seit den Pisa-Studien wissen wir, dass es mit der Lesekompetenz der Schulabgänger nicht zum Besten steht. Da ist zwar die Schule gefordert. Aber die eigentliche Ursache ist in den ersten Lebensjahren auszumachen.» Die Gemeinde- und Schulbibliothek Gelterkinden habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, zusammen mit Buchstart Schweiz Eltern für die sprachliche Förderung ihrer Kinder zu sensibilisieren.

Pro Juventute und der Lotteriefonds Baselland unterstützen diese Inititative mit insgesamt 6500 Franken. Damit hat die Bibliothek die Abteilung «Krabbelmedien» ausgebaut: Fühlbücher, Spielbücher für die Feinmotorik, Bücher, in denen das Bild sich per Schieber verändern lässt oder Wimmelbücher, in denen das Auge auf Entdeckungsreise geht. Ratgeber für Eltern mit Informationen zur Sprachentwicklung ihres Kindes ergänzen das Angebot. Ein Faltblatt erklärt die Aktion in 14 Sprachen. Und nicht zuletzt bekommt das Kleinkind bei seinem ersten Besuch eine eigene Bibliothekskarte.

Ab Herbst im ganzen Baselbiet

Die Ärzte Domenico Rinaldi (Gelterkinden) und Jacqueline Schaub (Tecknau) bezeugten durch ihre Anwesenheit die Unterstützung der Ärzteschaft für den Buchstart, und Christoph Güntert, stellvertretender Kantonsbibliothekar, beglückwünschte Gelterkinden zu diesem Projekt, das für Gemeindebibliotheken sehr geeignet sei. Er kündete an, dass Buchstart im Herbst kantonsweit lanciert werde.

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