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Hotel Airport: Präsidentin Gabriela Mathys erklärt Ziel und Zweck des Tagesfamilienvereins. (Felix Gerber)

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Hotel Airport: Präsidentin Gabriela Mathys erklärt Ziel und Zweck des Tagesfamilienvereins. (Felix Gerber)

Im Saal des Hotel Airport wurde der Tagesfamilienverein Oberer Leberberg vorgestellt. Dieser will eine Brückenfunktion übernehmen zwischen Familien, die bei sich zu Hause ein Kind betreuen möchten und Eltern, welche für die Betreuung ihres Kindes eine Tagesfamilie suchen.

André Weyermann

In der Schweiz ist die Anzahl von Eltern, welche auf eine Fremdbetreuung ihrer Kinder angewiesen sind, beträchtlich. Verschiedenste Dienste von Kinderkrippen über Kindertagesstätten bis eben zur Betreuung in Tagesfamilien ergänzen sich zu einem umfassenden Angebot. Die Vermittlung von Tagesfamilien im Oberen Leberberg (Grenchen, Bettlach, Selzach, Lommiswil) geschah bis anhin über die Sozialberatung. Diese Aufgabe übernimmt nun der neu gegründete Verein auf privater Basis.

Präsidentin Gabriela Mathys erklärte an der Präsentation, dass der Verein sich als eine Art Dienstleister verstehe, der neben dem Vermitteln vor allem die Beratungstätigkeit in den Mittelpunkt stellt. Es sei im Moment nicht vorgesehen, Tagesfamilien anzustellen. An den Verein kann sich wenden, wer Tagesfamilie werden will oder wer eine Tagesfamilie (abgebende Eltern) sucht.

Hilfe beim Rundherum

Hilfe wird aber nicht nur bei der eigentlichen Kontaktaufnahme angeboten. Der Verein berät auch bei allfälligen Formalitäten, hilft bei der Vertragsausarbeitung, sucht zu vermitteln bei Unstimmigkeiten und Problemen, orientiert über die finanziellen Aspekte und übernimmt auf Wunsch auch das Inkasso und andere administrative Umtriebe. Schliesslich sollen in Zukunft auch Weiterbildungskurse in der Region angeboten werden. «Ziel muss es sein, für glückliche und zufriedene Familien zu sorgen, wobei das Wohl der Kinder selbstverständlich zentral bleibt», sagte Gabriela Mathys.

Im Moment gibt es im Oberen Leberberg 18 von den Behörden geprüfte Tagesfamilien, wobei der grösste Teil in Grenchen zu finden ist. Es gehe nun darum, dieses Angebot deutlich zu erhöhen, erklärte Gabriela Mathys.

«Sehr ausbaufähig»

Kurt Boner, Leiter Soziale Dienste Oberer Leberberg, ortet im Bereich Fremdbetreuung enormes Entwicklungspotenzial. «Dies ist ein schier unerschöpflicher Bereich mit steigenden Entwicklungstendenzen in allen heute angebotenen Formen», erklärte er.

Der Verein ist sich dessen auch bewusst und so sind die Dienstleistungen für abgebende Eltern im Prinzip gratis. Finanzieren will man sich über Mitgliederbeiträge, sowie mit etwaigen Gebühreneinnahmen für Inkassodienste. Schliesslich werden in einer ersten Phase auch die Einwohnergemeinden von Grenchen, Bettlach, Selzach und Lommiswil um einen Beitrag angegangen. Bei gutem Gedeihen des Vereins könnte dieser finanzielle Zustupf in absehbarer Zeit jedoch hinfällig werden.

Bei diesen Vorgabe versteht es sich von selbst, dass die Vorstandsmitglieder ihre Arbeit ehrenamtlich versehen. Neben der Präsidentin Gabriela Mathys sind dies zur Zeit Hanspeter Eggenberger, Christian Rohr, Konrad Schleiss, Veronika Scheidegger und Brigitte Dinkelmann. Der Verein sucht weitere Interessierte.

Der Anlass war gut besucht. Die Diskussionen vor und nach der eigentlichen Präsentation haben gezeigt, dass das Thema die Menschen in der Region interessiert. Eltern, welche eine Fremdbetreuung suchen oder suchen müssen, gibt es reichlich. Tendenz steigend.

Kontaktaufnahme und weitere Infos: Tel. 032 653 03 58 und auf www.tagfam.ch

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