Dieter Minder

Über 28,4 Milionen Franken muss das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) in den nächsten 20 Jahren in die Wasserversorgung investieren. «Der Gemeinderat bekennt sich ausdrücklich zur Versorgungssicherheit», sagte Gemeinderat Roland Kuster. Zur Finanzierung der 28,4 Millionen Franken müssen wahrscheinlich die Grund- und Verbrauchsgebühren erhöht werden.

Seit 1990 stagniert der Wasserverbrauch zwischen 2,2 und 2,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr (m³/a). Davon konsumieren Haushalte, Kleingewerbe und öffentliche Einrichtungen rund 1,6 Millionen m³/a. Über 90% des Wassers schöpft das EWW mit den Pumpwerken Bettleren und Tägerhard aus dem Grundwasserstrom des Limmattales. Der Rest stammt aus den Quellen Birch und Grafengut. Der Tagesverbrauch liegt bei 6100 m³, er dürfte auf 6600 m³ steigen.

Mehrfacher Nachholbedarf

Der Erneuerungsbedarf der Wasserversorgung wurde durch das Generelle Wasserversorgungsprojekt (GWP2009) ermittelt. Es zeigt, dass die Quellen grösstenteils unzureichend geschützt und die Anlagen sehr alt sind. «Die Quellen haben für unsere Versorgung aber keine grosse Bedeutung», sagt Peter Wiederkehr, Geschäftsleiter des EWW. Trotzdem soll nicht ganz darauf verzichtet werden, sie können eine Notversorgung sicherstellen. Die grössten Probleme der Grundwasserpumpwerke sind deren Lage und damit die unbefriedigenden Schutzzonen. Das Pumpwerk Bettleren ist in sehr gutem Zustand, beim Pumpwerk Tägerhard sind Investitionen erforderlich. Die Reservoirs Scharten 1 und 2 sind 78 beziehungsweise 61 Jahre alt. Sie sollten dringend saniert werden. Dagegen ist das Reservoir Scharten 3 mit seinen 38 Jahren in einem guten Zustand. Das heutige Speichervolumen ist zu klein. Im Gespräch sind nun die Sanierung der bestehenden Reservoirs oder Neubauten im Birch oder Sulpberg. Vor- und Nachteile müssen noch abgewogen werden. Bei der Grundwasserversorgung ist auch eine Beteiligung am Pumpwerk Tägerhardwald in Würenlos in Diskussion. Bei den Wasserleitungen sollen jährlich rund 1,6 km erneuert werden. Dank diesen Massnahmen kann von der Infrastruktur her gesehen die Wasserversorgung weiterhin gewährleistet werden.