Belchenflue
Damit das Raten ein Ende hat

Auf der Belchenflue als höchster Berg der Region Olten und des Baselbiets, als Lagefixpunkt, leuchtend weisser Gipfel der Kelten, beliebtes Ziel vieler Wanderer und Aussichtspunkt mit einer Rundsicht von 360°, stehen nun zwei grosse Panoramatafeln.

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Panoramatafeln

Panoramatafeln

Solothurner Zeitung

Brigitta Köhl

Die Tafeln wurden gestiftet von zwei jubilierenden, den Bergen und dem Wandern verpflichteten Vereinen: der 100-jährigen SAC-Sektion Olten und den 70-jährigen Wanderwegen beider Basel. Die Idee der Panoramatafel sei von engagierten Clubmitgliedern gekommen, sagte SAC-Präsident Niklaus Röthlin (Olten) bei der Enthüllung der Tafeln. Er habe dann die beiden zuständigen Gemeindekanzleien Hägendorf und Eptingen kontaktiert, wo er von den Wanderwege beider Basel hörte, die ihrerseits Panoramatafeln aufstellen wollten. Dank freundschaftlich-nachbarlichen Gesprächen wurde das Projekt realisiert.

105 Gipfel bestimmt

Für die Realisation wurde Ruedi Salathé, Graveur aus Liestal, beigezogen. Dieser fotografierte das Panorama und erstellte daraus Zeichnungen, die dann auf eine Aluminiumplatte übertragen wurden. Viele Stunden waren nötig, um die total 105 Alpen- und Voralpengipfel zu bestimmen und zu benennen. Die Tafeln seien eine grosse Bereicherung für die Wanderer, betonte Renate Rothacker, Gemeindepräsidentin von Eptingen. «Jetzt hat das Raten nach den Namen der Gipfel ein Ende.»

Sehr interessant waren die Ausführungen von Werner Madörin, Präsident des Vereins Wanderwege beider Basel, über verschiedene Sichtweisen des Belchens oder Bölchens: der Belchentunnel als wichtiges Transitelement im Nord-Süd-Verkehr aus der Sicht des Autofahrers. Als harte Kalksteinformation, gegen Norden einfallende, bis 80 Meter hohe Felswand, aus der Sicht des Geologen. Der Vermesser sehe ihn als Lagefixpunkt 1. Ordnung mit einer Höhe von 1098,6 Metern und der Grenze zwischen Baselland und Solothurn und den Gemeinden Hägendorf und Eptingen.

Belchendreieck für Zeitmessung

Der Name des Berges werde den Kelten zugeschrieben, führte Madörin weiter aus, denn «Belchen» beinhalte eine Anlehnung an «weiss» oder «hell», was auf die kahlen und hellen Felsen zurückgehen mag. Auch werden Wortwurzeln zum keltischen Sonnengott Belenus gesehen. Den Kelten werde zugeschrieben, dass sie zur Zeitmessung die topografischen Gegebenheiten des Ballon d'Alsace, des Badischen Belchens, und des Jura-Belchens - das Belchendreieck - beizogen.

Für das Militär war die Belchenflue im Ersten Weltkrieg ein wichtiger Stützpunkt der Fortifikation Hauenstein. Aus der Sicht der Landschaft gilt das Belchen-Passwang-Gebiet als eine naturnah geprägte Kulturlandschaft, die für diese Landesgegend besonders kennzeichnende Oberflächenformen, kulturgeschichtliche Merkmale sowie für Fauna und Flora wichtige Lebensräume enthält. Für Wanderer gilt das Belchengebiet als wahres Eldorado, führen doch 16 Wanderrouten über die Belchenflue. An klaren Tagen besteht Sicht auf Vogesen und Schwarzwald sowie vom Säntis bis zum Moléson.

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