Damit das Feuer am Himmel bleibt

Morgen wird der Nachthimmel vielenorts wieder in ein funkelndes Farbenmeer getaucht. Doch so schön ein Feuerwerk auch ist: ein unsachgemässer Umgang mit Pyrotechnik kann zu Unfällen und Bränden führen. Die Stützpunktfeuerwehr Langenthal ist für allfällige Einsätze gerüstet.

Drucken
Feuerwerk_dsc.jpg

Feuerwerk_dsc.jpg

Solothurner Zeitung

Olivier Andres

Morgen Abend ist wieder die alljährlich mindestens einmal stattfindende Mutation zu beobachten: Zu Ehren der Schweiz - oder auch nur weil es Spass macht - verwandelt sich Alt und Jung in kleine Pyromanen. Väter entzünden mit ihren Kindern Zuckerstöcke, Jugendliche lassen «Frauenfürze» knallen und Liebhaber schöner Farben schicken bunte Raketen in den dunklen Nachthimmel. Nach oben gebogene Hälse, viele «Aaahs» und «Ooohs» werden der Dank dafür sein.

Bundesfeier ohne Unfälle

Beim Umgang mit Feuerwerkskörpern ereignen sich jährlich rund 250 Unfälle. Die durch Feuerwerk verursachten Brandschäden belaufen sich auf durchschnittlich vier Millionen Schweizer Franken. Für einen unfallfreien
1. August gibt die Beratungsstelle für Brandschutz BfB folgende Sicherheitstipps:
1. Beim Kauf von Feuerwerkskörpern soll man sich über die Handhabung informieren lassen und die Gebrauchsanleitung lesen.
2. Feuerwerk ist an einem kühlen, trockenen Ort zu lagern.
3. Feuerwerk darf nie in der Nähe von Menschen gezündet werden. Je nach Grösse der Rakete ist zu Gebäuden ein Sicherheitsabstand von bis zu 200 Metern einzuhalten.
4. Raketen dürfen nur aus fest verankerten Flaschen und Rohren starten.
5. In der Nähe von Feuerwerk gilt ein striktes Rauchverbot.
6. Feuerwerk gehört nicht in die Hände kleiner Kinder. Grössere Kinder sind während des Abfeuerns zu beaufsichtigen.
7. Blindgängern soll man sich erst nach einer Wartezeit von mindestens fünf Minuten nähern. Wer auf ganz sicher geht, übergiesst den Feuerwerkskörper mit Wasser. Nachzündversuche sind zu unterlassen.
8. Um das eigene Haus von Irrläufern zu schützen, sind Türen, Fenster und Dachluken zu schliessen. (mgt)

Doch die Wunderwerke der Pyrotechnik haben auch ihre Schattenseite, ist doch, wo Rauchschwaden nach der Farbenparade zurückbleiben, immer auch Feuer im Spiel. Das beliebte Feiertagsvergnügen ist also durchaus nicht ungefährlich (siehe Kasten). Jedes Jahr kommt es beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu Unfällen und Brandschäden. Erst am Dienstag kam in Neuhaus SG ein Mann beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern ums Leben.

Auf dem Bundesfeierplatz präsent

Schweizweit müssen sich die Feuerwehren auf einen Einsatz am Nationalfeiertag einstellen. Für den morgigen Abend würden keine besonderen Vorkehrungen ergriffen, sagt Peter Siegrist, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Langenthal, auf Anfrage. «Natürlich sind wir aber bei den offiziellen Feierlichkeiten auf dem Bundesfeierplatz in Schoren präsent», dort gebe es auch Brandschutzmassnahmen. Ansonsten gelte bei der Feuerwehr die auch an anderen Feiertagen übliche Organisation: Eine «minimale Einheit», bestehend aus einem Offizier, einem Fahrer und einem weiteren Angehörigen der Feuerwehr, sei sofort einsatzbereit. Dieses «Sonntagspikett» rücke wenn nötig als Erstes aus und könne danach allenfalls weitere Feuerwehrleute aufbieten.

«Wir wissen dabei genau, wer aufgeboten werden kann», sagt Siegrist. In speziellen Ferienlisten seien sämtliche Abwesenheiten der Feuerwehr-Angehörigen verzeichnet, so dass die Einsatzbereitschaft beispielsweise auch in der aktuellen Ferienzeit jederzeit aufrechterhalten werden könne.

In den letzten Jahren keine Brände

Auf die Probe gestellt wurde diese Organisation an den Nationalfeiertagen der vergangenen Jahre - glücklicherweise - nicht. «In der näheren Vergangenheit hatten wir keine Brände», sagt der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr. Zwar sei einmal ein Stoppelfeld in Brand geraten, doch dieser Vorfall liege bereits viele Jahre zurück. Hingegen komme es ab und zu vor, dass Brandmeldeanlagen auf den beim Abbrennen von Feuerwerk entstehenden Rauch reagierten. «Auch in diesem Fall rücken wir selbstverständlich aus», so Siegrist.

Da das private Entfachen offener

1.-August-Feuer nicht verbreitet sei, stelle das Feuerwerk vor allem für denjenigen, der es abbrenne die grösste Gefahr dar, betont Siegrist. Die Folgen sind nicht selten Verbrennungen und Gehörschäden - Unfälle, die nicht zum Ausrücken der Feuerwehr führen. Daher steht für den Langenthaler Feuerwehrkommandanten beim Umgang mit der Pyrotechnik primär der Eigenschutz im Vordergrund. Diesbezüglich beurteilt er die Disziplin in der Bevölkerung als «nicht schlecht». Inzwischen seien die Leute sensibilisiert. «Die Präventionsmassnahmen wirken», sagt Siegrist, und freut sich auch heuer auf eine unfallfreie Bundesfeier.

Aktuelle Nachrichten