Befragung zum Thema Dachregenwasser

«Dachwasser gehört nicht in Kläranlage»

Schonende Entwässerung ist erwünscht. (Bild: Walter Schwager)

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Schonende Entwässerung ist erwünscht. (Bild: Walter Schwager)

Wie kann man in Rottenschwil die ökologische Entwässerung des Dachregenwassers fördern? Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe will ein lokales Rezept kreieren.

Lukas Schumacher

In der Sommerzeit über Regenwasser zu sprechen, wenn es jedermann nach Sonne dürstet, mutet zwar ein wenig seltsam an. In der Gemeinde Rottenschwil-Werd ist das Dachregenwasser indes seit längerer Zeit ein Thema. Gelegentlich verursachen Rückstauprobleme in Kanalisationsleitungen Überschwemmungen in der Reusstalgemeinde. Zudem verteuert Regenwasser, das der Kläranlage zugeleitet wird, den Reinigungsprozess der Anlage.

Einen Anreiz schaffen

In der 850 Einwohner zählenden Gemeinde hat sich eine Arbeitsgruppe formiert. Sie will anhand eines Fragebogens abklären, wie die rund 200 Liegenschaftsbesitzer ihr Regenwasser ableiten. Sinn und Zweck der Übung: Grundeigentümer, die das Regenwasser schon heute ökologisch ableiten oder dies künftig tun wollen, sollen auf die eine oder andere Art für ihre Bemühungen belohnt werden. Man will so auf Gemeindeebene einen Anreiz zu einer umweltschonenderen Entwässerung schaffen. In der Arbeitsgruppe Rottenschwil machen mit: Erwin Enderes, Martin Lorenz, Alois Schumacher sowie die beiden Gemeinderäte Franz Ungrad und Rolf Barmettler.

«Gesetzliche Grundlage fehlt»

Wie anderswo auch wird in Rottenschwil recht viel Regenwasser unökologisch entsorgt. Das Regenwasser wird gemeinsam mit dem Abwasser in einer Mischkanalisationsleitung der Kläranlage zuführt. Gemeinderat Franz Ungrad, Angehöriger der Arbeitsgruppe, hält dazu fest: «Es gibt keine gesetzliche Grundlage, die Liegenschaftsinhaber verpflichten, das Regenwasser nicht in die Mischkanalisation abzuleiten. Dabei gehört das saubere Dachregenwasser eigentlich nicht in eine Kläranlage.»

Es gäbe sehr wohl schonendere Methoden im Umgang mit Regenwasser. So zum Beispiel die Versickerung des Dachregenwassers auf dem eigenen Grundstück, die Ableitung des Wassers in ein Biotop oder ein Bächlein, oder die Teil- oder Ganznutzung des Dachregenwassers für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder den Garten.

Stichtag ist der 10. August

Aufschluss über den Ist-Zustand der Regenwasserproblematik im Gemeindebann erhofft sich die Arbeitsgruppe vom erarbeiteten Fragebogen. Diesen schickte sie allen Hauseigentümern zu, mit der Bitte, den Bogen bis zum 10. August ausgefüllt zurückzusenden.

«Die Auswertung der Fragebogen wird uns einen grossen Schritt weiterbringen», ist Franz Ungrad überzeugt. Resultieren soll letztlich ein lokales Rezept mit möglichst wirksamen Massnahmen. Selbstverständlich nehme die Arbeitsgruppe gerne zusätzliche Anregungen zum Thema Alternativ Entwässerung entgegen, hält Ungrad abschliessend fest.

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