Soloothurn

Da warens nur noch Zwölf

Die 6. «Restklasse» im Fegetzschulhaus wird auf die West- und Vorstadt aufgeteilt. (Symbolbild/key)

Schüler

Die 6. «Restklasse» im Fegetzschulhaus wird auf die West- und Vorstadt aufgeteilt. (Symbolbild/key)

Es kam so, wie von allen erwartet: Da 13 Fünftklässler aus dem Fegetzschulhaus die Aufnahmeprüfung in die Kantonsschule bestanden haben, muss das restliche Dutzend die 6. Klasse in der Weststadt oder Vorstadt besuchen. Daran wird auch der massive Elternprotest vor drei Monaten wohl nichts mehr ändern.

Wolfgang Wagmann

Nach «bestem Wissen und Gewissen» habe man entschieden, kommentierte gestern Schuldirektor Rolf Steiner das Vorgehen nach den Kanti-Prüfungen. «Wir haben die neue Zuteilung auch mit den Lehrkräften besprochen und darauf geschaut, dass bisherige ‹Gspänli› beisammen bleiben können.» Und sei damit genau gleich verfahren wie in den letzten Jahren, wenn jeweils die «Restklasse» des Wildbachschulhauses auf andere Schulhäuser hatte verteilt werden müssen.

Diesmal müssen je zwei Kinder vom Steingrubenquartier ins Vorstadt- und Wildbachschulhaus wechseln, gleich acht besuchen ab August den Unterricht im Schulhaus Brühl. «Gestern wurden die Eltern von der Lehrerschaft über die Zuteilung informiert, nächste Woche erhalten sie die Zuteilungsverfügung mit der Rechtsmittelbelehrung», erklärte Schuldirektor Steiner weiter.

Beschwerde kann bei der städtischen Beschwerdekommission erhoben werden - «eine aufschiebende Wirkung hat diese jedoch nicht.» Das heisst: Auch wenn Eltern die Beschwerde über den Schulbeginn hinaus weiterziehen, muss der Nachwuchs bis zum letztinstanzlichen Entscheid das neu zugeteilte Schulhaus besuchen.

«Wäre nie bewilligt worden»

Rückendeckung für die mit dem Entscheid befasste Schulleitungskonferenz hatte es am 24. März schon vom Gemeinderat gegeben: Dieser fand unisono, man wolle der Schulleitung beim Zuteilungsentscheid nicht dreinreden - jedoch verbunden mit der Bitte, alle Lösungsvarianten nochmals gründlich zu prüfen. Eine «nochmalige intensive Prüfung aller möglichen Lösungen» sei zwar erfolgt, teilte gestern die Stadtkanzlei mit, aber zuletzt habe die Schulleitungskonferenz entschieden am vorgeschlagenen Vorgehen festzuhalten. Die Weiterführung der Fegetzklasse - was im Gemeinderat zumindest diskutiert worden war - hätte laut Rolf Steiner 120 000 Franken gekostet und «wäre nie bewilligt worden.»

Kurz nach Bekanntgabe der Zuteilungspläne hatte es allerdings geharnischten Protest aus dem Steingrubenquartier gehagelt: 14 Eltern forderten in einem Brief an die Schuldirektion kategorisch, von einer Zuteilung ihrer Kinder in die Weststadtschulhäuser abzusehen und die 100 000 Franken Folgekosten einer Beibehaltung der 6. Klasse im Fegetz zu tragen. Immerhin bekomme die Weststadt für ihr Quartierentwicklungskonzept auch 300 000 Franken von der Stadt, wurde argumentiert. Quartiernahe Schulen wären «ein Standortvorteil, den die Stadt nicht aus der Hand geben sollte.»

Auch sei der neue Schulweg unzumutbar, so die Eltern. Das Ganze ging sogar soweit, dass ein Gemeinderat aus eigenem Antrieb Gespräche mit der betroffenen Lehrkraft im Fegetz geführt haben soll, um ihre Zusage für ein reduziertes Pensum im nächsten Schuljahr zu erhalten.

Noch anzufügen ist, dass damals eine weitere Elterngruppe an Rolf Steiner gelangte, und sich in ihrem Brief nicht mehr gegen die Umteilung wehrte, sofern diese «die gerechteste aller Lösungen» sei. Explizit distanzierten sich diese Eltern von einer Bevorzugung des Fegetzquartiers, auch wenn sie die Informationspraxis der Schuldirektion kritisierten und ihre pädagogisch begründeten Bedenken gegen die Umteilung vorbrachten. Seither war es ruhig geblieben. Rolf Steiner: «Ich habe von den Eltern nichts mehr gehört.»

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