"Vereinfacht gesagt: Der Wurm hat nach Hause telefoniert", erklärte Marc Henauer von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) in Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. "Nun stellt sich die Frage: Was kommt?" Es gebe aber "keinen Grund, auf Panik zu machen".

Der Wurm, der am 1. April zum Leben erweckt werden sollte, hat möglicherweise neue Befehle abgeholt. Doch Konkretes wissen IT-Sicherheitsexperten, die weltweit in Alarmbereitschaft sind, auch nicht.

Möglich ist, dass die Entwickler des Wurms wirtschaftliche Interessen verfolgen. So könnte dieser eine Software installieren, die automatisch Werbebanner aufruft. Denkbar ist auch, dass mit "Conficker" eine Spam-Welle ausgelöst wird.

Nach Einschätzung von Marc Henauer von der MELANI deuten die Entstehung und die Verbreitung des "Confickers" auf einen wirtschaftlichen Hintergrund hin: "Ein Psychopath, der weltweit alle Computer zum Abstürzen bringen will, steckt kaum dahinter."

Der "Conficker" ist seit vergangenem Herbst im Umlauf. Er nistete sich über eine Sicherheitslücke im Microsoft-Betriebssystem Windows in Computern ein. Seit Oktober stellt Microsoft einen sogenannten "Patch" zur Verfügung, um das Leck abzudichten.

Weltweit haben sich seit Januar dieses Jahres Millionen von Computern infiziert, erklärte Candid Wüest, "Virenjäger" des Unternehmens Symantec, das Sicherheitssoftware anbietet. Genaue Zahlen für die Schweiz liegen nicht vor.

Die meisten infizierten Computer stehen laut Wüest in Asien. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass dort öfters Raubkopien des Betriebssystems verwendet werden. Für diese können in der Regel keine Updates und Patches von Microsoft bezogen werden.

Der "Conficker" wird nicht zuletzt deshalb gefürchtet, weil er sich - im Unterschied zu anderen Schädlingen - auch über Datenträger wie USB-Sticks verbreiten kann.