Der durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Nachfragerückgang hat Clariant im letzten Herbst hart getroffen. Im vierten Quartal sank der Umsatz in Lokalwährungen gerechnet gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent. Fürs ganze Jahr resultierte nach gutem Geschäftsgang in den ersten drei Quartalen immerhin noch ein Plus von einem Prozent.

Der Nachfragerückgang drückte auch auf das Ergebnis durch. Der operative Cashflow sank im Jahr 2008 von 540 auf 391 Mio. Franken. Und weil in den Geschäftsbereichen Textil und Leder 180 Mio. Fr. angeschrieben wurden, fiel Clariant sogar in die roten Zahlen und verzeichnete einen Reinverlust von 37 Mio. Franken.

"Im Vergleich zu den anderen Unternehmen der Branche sind wir nicht zufrieden mit unserer Performance", sagte Kottmann vor den Medien in Zürich. Clariant verzeichne zwar Fortschritte bei den operativen Prozessen, erarbeite mit ihren Produkten aber weiterhin zu wenig Geld.

Schuld daran seien die hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie die zu komplexe Organisation des Unternehmens. Die Ende Januar angekündigte Restrukturierung, die 200 bis 300 Mio. Fr. kosten wird, soll nun schnell Abhilfe schaffen.

Kottmann kündigte an, den Abbau von weltweit 1000 Stellen möglichst rasch durchzuziehen. "Die Restrukturierung wäre ohnehin notwendig, durch die Krise wird sie nur beschleunigt", sagte er. In der Schweiz werden 150 Stellen gestrichen.

Bereits im Herbst 2006 wurde eine Reduktion der Stellenzahl um 2200 beschlossen. Und 2004 fielen einer Restrukturierung rund 4000 Arbeitsplätze zum Opfer.