Märt
Chümmibätzi und Tee aus 21 Kräutern

Der traditionelle Weihnachtsmarkt in Büren lockte viele Besucher ins Stedtli. Ein grosses weihnächtliches Angebot an den Verkaufsständen und viele Attraktionen luden zum Verweilen ein.

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Solothurner Zeitung

Marlene Sedlacek

Eine Reihe Tannenbäumchen steht Spalier an der Spittelgasse. Unter einem Torbogen aus Tannenästen hindurch treten zahlreiche Besucher in die verzauberte Welt des traditionellen Weihnachtsmarkts in Büren ein. Ein sauber herausgeputzter Esel frisst Heu. Zaghaft nähern sich die Kinder, um ihn zu streicheln. Der Samichlaus verteilt Nüsse und Mandarinen. Vis à vis weiden zwei Lämmchen mit einem Muttertier. In der Märlistube warten die Kinder auf den Strohballen gespannt, bis die Märlitante von Frau Holle, Froschkönig und Rumpelstilzchen erzählt.

Keine Schneeflocken

Frau Holle hat jedoch die Kissen nicht kräftig genug ausgeschüttelt. So liegt es an den Verkäufern und Verkäuferinnen hinter den 70 Marktständen, mit ihrem Angebot für Weihnachtsstimmung zu sorgen. Da gibt es

Keine alte leier Der Drehorgelmann sorgt für die richtige Weihnachts-Stimmung.

Keine alte leier Der Drehorgelmann sorgt für die richtige Weihnachts-Stimmung.

Solothurner Zeitung

Viele Holzspielsachen und Kinderbücher werden den Weg unter einen Weihnachtsbaum finden. Tees aus 21 Kräutern, Tees zum Abnehmen, Herztröpfli aus Chümmibätzi gegen Bauchweh, Duftöle und Gewürze werden feilgeboten. Zum Degustieren gibt es Käse mit Rüebli, Weihnachtskäse oder Rauchwürste.

Der Duft von heissen Marroni, Glühwein und Feuerzangenbowle, Grittibänzen, Lebkuchen und Waffeln schwebt über den Gassen. Der Lions-Club verkauft Raclette. Den Erlös spenden die Herren in den gelben Schürzen der Stiftung Wunderlampe, welche Herzenswünsche von schwerkranken Kindern erfüllt. Auch der Eisverkäufer macht gute Geschäfte. «Im Winter schmilzt die Glace nicht so schnell davon», meint er. Daneben verkauft er aber auch Chürbissuppe zum Aufwärmen.

Die «Berning Singers» sorgen mit ihren Gospelliedern für weihnächtliche Stimmung. Südamerikaner konkurrieren mit ihrer Panflötenmusik mit den Weihnachtsliedern, die aus den Lautsprechern erklingen. In der Kirche spielt Orgelmusik. Mit steifem Hut und prächtigem Schnauzbart zieht der Drehörgelimann durch die Gassen. Als weitere Attraktionen bietet Tourismus Büren als Organisator des Anlasses Kerzenziehen, Rösslifahrten oder ein Malspiel nach der Methode von Arno Stern an. Eine grosser Anziehungspunkt für die Kleinen ist das Karussell.

Der Samichlaus in allen Lebenslagen

Während die Landfrauen im schummrigen Rathauskeller ein animierendes «Landfrouekafi» mit frischen Waffeln anbieten, staunen die Besucher im ersten Stock über die 800 alten Weihnachtspostkarten aus der Sammlung von Ulrich Gribi. Die älteste stammt aus der vorletzten Jahrhundertwende. Dabei kann man Postkarten mit Samichlaus, Père Noël oder Väterchen Frost in allen Ausführungen betrachten. In Begleitung eines Esels, auf dem Rentierschlitten, auf einem alten Ford, zu Fuss aus dem Wald kommend oder aus einem Kamin steigend, einen Sack mit Süssigkeiten ausschüttend. Für eine Karte mit durchschimmerndem Weihnachtsbaum würde ein Amerikaner bis zu 150 Dollar bezahlen, verwunderte sich Gribi selber.

Daneben können die Besucher Chlausversli lesen und Wissenswertes über die Entstehung des Mythos' Samichlaus erfahren. So zum Beispiel, dass das rot-weisse Outfit seinen Ursprung in einer 1931 in den USA lancierten Werbekampagne der Firma Coca Cola hat und nichts mit dem ursprünglichen Samichlaus-Brauch im alten Europa zu tun hat.