Chinesischer Bieter ersteigert Bronzefiguren und verweigert Zahlung

Versteigerte Bronzefigur

Versteigerte Bronzefigur

Ein chinesischer Bieter hat zwei umstrittenen Bronzefiguren aus der Sammlung des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent ersteigert. China betrachtet die Figuren als Beutekunst. Nun verweigert er die Zahlung.

Fünf Tage nach der spektakulären Auktion der Sammlung des Modeschöpfers Yves Saint Laurent in Paris enthüllte Cai Mingchao Peking, als potenzieller Käufer für 31 Millionen Euro den Zuschlag erhalten zu haben. "Ich möchte hervorheben, dass dieses Geld nicht bezahlt werden kann", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Sammler.

Die beiden Tierköpfe waren nach chinesischen Angaben vor 150 Jahren bei der Plünderung des Sommerpalastes in Peking durch französische und britische Truppen erbeutet worden. Chinas Regierung hatte wiederholt die Rückgabe gefordert und die Auktion verurteilt.

Die staatliche Verwaltung von Kulturgütern habe erst am Montag von der vorgetäuschten Ersteigerung erfahren, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking. "Diese Aktion hat nichts mit der Regierung zu tun." China wolle aber weiter über die rechtmässige Rückgabe der Kunstschätze sprechen. "Wir können darüber verhandeln."

Zu der Auktion war Cai Mingchao wegen seines guten Rufs nur einen Tag vorher zugelassen worden, obwohl sonst meist sieben Tage an Vorlauf nötig seien, berichtete Xinhua.

Das Auktionshaus Christie's untersuche den Fall und könnte rechtliche Schritte ergreifen, um die Bezahlung durchzusetzen, zitierte Xinhua einen Sprecher des Unternehmens in Peking.

Ein Vetreter der Gruppe von 90 chinesischen Juristen, die in Paris erfolglos gegen die Auktion geklagt hatte, begrüsste das Vorgehen des bekannten Sammlers. Dank ihm würden auch neue rechtliche Schritte der Anwaltsgruppe möglich.

Cai Mingchao, der ein Kulturunternehmen in Xiamen in der Provinz Fujian leitet, hatte bereits 2006 einmal einen Bronzebuddha bei einer Auktion von Sotheby's für 116 Millionen Hongkong Dollar erworben und nach China zurückgebracht.

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