Chico geniesst seine letzten Ferientage

Chico geniesst seine letzten Ferientage

Chico geniesst seine letzten Ferientage

Der blonde Vierbeiner wird heute seine letzte Nacht in der Tierpension Röti verbringen. Seit 22 Jahren betreut Karl Güntert seine Feriengäste mit Leidenschaft und viel Motivation.

Christine Fürst, Ladina Kunz

Endlich – nach dem Morgenessen und einer gemütlichen Verdauungspause darf Terriermischling Chico raus. Hinter seiner Schlafbox im kleinen Freilaufgehege kann er sein Geschäft erledigen. Und nicht nur das, auch Lussy ist dabei. Auf sie hat der Terriermischling ein Auge geworfen. Er wedelt mit dem Schwanz und beschnuppert die Hundedame. Bei so guter Gesellschaft wirds Chico nicht langweilig und Heimweh verspürt er nicht. «Hunde leben in den Tag hinein», sagt der Besitzer der Hunde- und Katzenpension, Karl Güntert. Die Hunde schlafen und dösen rund 16 bis 18 Stunden am Tag. Wenn sie aber aktiv sind, dann richtig. Dann brauchen sie Bewegung und Beschäftigung. «Der Hund muss in dieser aktiven Zeit seine Energie rauslassen können, sonst ist er am Abend nicht zufrieden», weiss Karl Güntert.

Schon in zweiter Generation

In den 50er-Jahren war die heutige Tierpension noch eine Geflügelfarm. Die Eltern von Karl Güntert besassen rund 5500 Legehühner. Weil die Eierpreise immer mehr sanken und sich die Preise für das Futtermittel gar verdoppelten, suchte die Familie eine Alternative: 1972 wurde in der Röti die Tierpension eröffnet. 1988 hat Karl Güntert die zweite Generation eingeleitet. Rund 40 Katzen und 80 Hunde können heute in der Tierpension untergebracht werden.

«Eine dritte Generation wäre schon schön», hofft Karl Güntert. Sein ältester Sohn wird in einem Jahr in der Tierpension Röti die Lehre als Tierpfleger beginnen, die zwei jüngeren Söhne sind noch in der Schule. Doch auch zu Hause sind die Söhne den Umgang mit Tieren gewohnt. Die Familie Güntert besitzt drei Islandhunde, um die sich auch die drei Jungs kümmern. «Die Kinder werden so einbezogen und lernen, Verantwortung zu übernehmen», kommentiert Karl Güntert.

Ein 7-Tage-Job

Ferienzeit bedeutet für Karl Güntert Hochsaison. Klar ein 7-Tage-Job. Doch für Güntert ist das lange Tagwerk kein Müssen: «Meine Arbeit ist meine Leidenschaft. Das Flair mit den Tieren und der positive Kontakt zu den Hunden und ihren Besitzern motivieren mich immer.» Die Hauptsaison bringt für Karl Güntert aber noch einiges mit sich. So kann er in dieser Zeit nie mit der ganzen Familie in die Ferien gehen. Dafür fährt er im Winter mit seinen drei Söhnen zum Skifahren in die Berge. «Länger als eine Woche kann ich sowieso nicht weggehen, dann vermisse ich hier alles viel zu sehr», sagt Karl Güntert mit einem Lächeln.

Dieses Mal ist Terriermischling Chico auch nicht länger als eine Woche in den Ferien in Mumpf. Am Freitag wird der blonde Rüde wieder von seinem Besitzer Guido Galli abgeholt. Nebst dem Wiedersehen mit seinem Herrchen wird sich Chico aber auch verabschieden müssen; von Ersatzchef Karl Güntert und Freundin Lussy.

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