Altermatt
Chefjäger Altermatt: «Wir haben richtig gehandelt»

Der mediale Hype um den abgeschossenen Flamingo am Flachsee hat René Urs Altermatt, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei, in den letzten Tagen erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Jetzt antwortet seine Kommunikationsberaterin. Und erklärt: «Wir haben richtig gehandelt».

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Hat die Jagdverwaltung nun zu schnell geschossen oder hat der Zürcher Zoo zu langsam gezählt?
Susanne Steffen * : Wir haben nicht wenige Expertenauskünfte eingeholt. Und nach Vorliegen dieser Auskünfte haben wir das gemacht, was richtig war im Moment. Wir wussten nicht, wem der Vogel gehört, und wollten nicht, dass er verhungert. Also wurde er abgeschossen. Eine Betäubung wäre nicht möglich gewesen, weil er sonst im Wasser ertrunken wäre.

Matthaias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach sagt, er hätte mit dem Abschuss noch zugewartet. Damit schiebt er indirekt den schwarzen Peter an die Sektion Fischerei und Jagd weiter. Wie lautete denn nun die wirkliche Empfehlung der Vogelwarte?
Steffen: Unsere Sektion hat keine Empfehlung von der Vogelwarte eingeholt, sondern unser Biologe tauschte sich mit ihrem Ornithologen aus. Im Sinne von: Was würdest Du tun? Wir arbeiten im übrigen sehr gut zusammen.

Umfrageergebnis

Die am Morgn auf a-z.ch lancierte Umfrage zur eventuellen Ausstopfung des Flamingos ist eindeutig: 70 Prozent aller Leser und Leserinnen finden die Präparation des Chileflamingos «einen Blödsinn».

Der Abschuss wird nun medial kritisiert, und als «psychologisch ungeschickt» beurteilt. Was sagen Sie dazu?
Steffen: Er wird kritisiert, und man kann geteilter Meinung darüber sein. Offen bleibt aber, was passiert wäre, wenn er verhungert wäre.

Wo wird der Vogel gelagert, und wann kommt er nach Zürich? Wer entscheidet, ob er ausgestopft wird?
Steffen: Der Vogel befindet sich in einer Kantonalen Insitution im Aargau. Bis jetzt wurde er noch nicht abgeholt. Aus unserer Sicht ist noch nicht entschieden, was danach mit ihm passiert.

*Susanne Steffen ist Kommunikationsbeauftrage des Departementes Verkehr und Umwelt des Kantons.

(Interview: Claudia Landolt)