Charme und Naturnähe

Kienberg zeigte sich am Dorfrundgang von seiner schönsten Seite

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Charme und Naturnähe

Charme und Naturnähe

Andreas Hagmann

«Kienberg, die kleine Juragemeinde, liegt geografisch im Fricktal; wirtschaftlich und verkehrsmässig ist dieses Dorf vorwiegend gegen das Baselbiet orientiert, im Herzen jedoch sind die Kienberger Solothurner geblieben.» So beschrieb der ehemalige Solothurner Nationalrat Louis Rippstein die nördlichste Gemeinde des Kantons einst in einer Ansprache.

Von seiner schönsten Seite präsentierte sich Kienberg dann auch am Tag des Dorfrundganges den Interessierten. Nämlich in Form von milden Temperaturen, saftig erscheinenden Wiesen und wunderbar blühenden Obstbäumen.

Dorfkirche von 1276

Eine äusserst stolze Geschichte besitzt die Dorfkirche Kienbergs. 1276 wird die Pfarrkirche erstmals erwähnt. Allerdings darf davon ausgegangen werden, dass die Kirche «Unserer Lieben Frau», die also der Mutter Gottes geweiht war, bereits einige Zeit vor der urkundlichen Erwähnung bestanden hatte.

Von traditioneller und vor allem von ökonomischer Bedeutung war zumindest Anfang des 20. Jahrhunderts die Handweberei. 1958 bekam die Handweberei sogar ein eigenes Gebäude und somit waren die Voraussetzungen geschaffen, die zu dieser Zeit wertvollen Arbeitsplätze der abgelegenen Juragemeinde zu erhalten, wie der Dorfchronik «Kienberg — Die Geschichte einer Juragemeinde» von Louis Rippstein entnommen werden kann.

Die unkonventionelle Töpferei von Lucia Brogle hat zudem weit über die Kienberger Grenzen hinaus an Bekanntheit erlangt. Mit ihrer aus Japan stammenden Raku-Technik versucht sie, wie der Begriff übersetzt selbst sagt, Freude, Zufriedenheit und Gelassenheit in den Alltag zu bringen. Also ganz Kienbergs Eigenschaften.

Vielleicht gerade, weil der Kanton Solothurn geografisch einen unglaublich wirren Grenzverlauf besitzt, ist das Gute und Schöne so viel näher, als es in anderen Kantonen der Fall ist. Kienberg zeigt dem Besucher dabei auf, dass er nicht in die Ferne reisen muss, um das Schöne der Natur zu geniessen. Nur scheint dies der Mehrheit der Leute oft zu wenig bewusst zu sein.

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