Cleveland
Castro-Nichte: «Wenn er das getan hat, muss er dafür büssen»

Nun melden sich auch Angehörige des Entführers von Cleveland, Ariel Castro, zu Wort. Ein Cousine entschuldigt sich im Namen der Familie und erklärte, dass auch die Familie das «soziopathische Verhalten» des Entführer nicht bemerkt habe.

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Ariel Castro hat drei junge Frauen Jahre lange gefangen gehalten.

Ariel Castro hat drei junge Frauen Jahre lange gefangen gehalten.

Keystone

Eine Verwandte des Hauptangeklagten Ariel Castro, Maria Montes Castro, ist total schockiert über die Taten. Und auch beschämt angesichts der Vorwürfe. Im Namen der Familie Castro wolle sie sich bei den Frauen und deren Familien «für den Schmerz und dafür, was sie erlebt haben, entschuldigen», erklärte sie gegenüber Nachrichtenagentur AFP. «Wenn eines unserer Familienmitglieder das getan hat, muss es dafür bezahlen», fügte die Cousine des Tatverdächtigen Ariel Castro bei.

«Soziopathisches Verhalten gut verborgen»

Zugleich beteuerte sie, dass die Familie nach der Befreiung der Frauen am Montag aus einem Haus in Cleveland im Bundesstaat Ohio genauso überrascht gewesen sei wie die Öffentlichkeit. Der Hausherr Ariel Castro, habe die gesamte Familie sowie die Nachbarschaft getäuscht. Er habe sein «soziopathisches Verhalten jahrelang gut verborgen», sagte Castro Montes.

Die Cousine bat indes auch darum, nicht «die gesamte Familie für das Handeln einer einzelnen Person verantwortlich zu machen».

Kind in Gefangenschaft geboren

Die drei Entführungsopfer Amanda Berry, Gina DeJesus und Michele Knight wurden am Montag befreit. Sie waren bis zu 11 im Haus von Ariel Castro gefangen. Berry hat auch eine sechsjährige Tochter, die sie unter schwierigsten Umständen während der Gefangenschaft zur Welt brachte.

Der mutmassliche Kidnapper wird wegen vierfacher Entführung und dreifacher Vergewaltigung angeklagt. Er werde heute vor Gericht zur offiziellen Anklageverlesung erscheinen, sagte der zuständige Staatsanwalt in Cleveland. (rsn/sda)

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