Körperverletzung

Carl Hirschmann verurteilt - 54'000 Franken Geldstrafe

Der Zürcher Millionärssohn Carl Hirschmann (29) ist zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 300 Franken verurteilt worden. Das Basler Strafgericht hat ihn wegen einer Schlägerei in einem Club der Körperverletzung und der Tätlichkeiten für schuldig befunden.

Die Probezeit beträgt drei Jahre. Hirschmann muss zudem eine Busse von 1000 Franken bezahlen sowie eine mindestens drei Jahre dauernde Psychotherapie absolvieren. Das Gericht folgte damit in weiten Teilen der Staatsanwaltschaft, die für den wegen Verkehrsdelikten vorbestraften Clubbesitzer sogar eine sechsmonatige, bedingte Freiheitsstrafe gefordert hatte.

Hirschmann wird das Urteil ans Appellationsgericht weiterziehen, wie sein Medienbüro am Abend mitteilte. "Ich bin über den Ausgang des Prozesses sehr enttäuscht", wurde Hirschmann in dem Communiqué zitiert.

Der Vorfall ereignete sich im Juni 2008 an einer Party im Rahmen der Kunstmesse "Art Basel". Die Bilanz des Abends: Eine Prellung im Gesicht einer jungen Argentinierin, verursacht durch eine Ohrfeige, sowie eine gebrochene Nase bei ihrem Freund, einem Studenten und Lokalpolitiker aus Basel.

Laut Anklage wollte Hirschmann die Frau kennenlernen, blitzte mit seiner Anmache jedoch ab, was dessen männlichem Ego schlecht bekam. Er versetzte ihr eine kräftige Ohrfeige und schlug ihrem Freund, der zu Hilfe eilte, zwei Mal mit der Faust ins Gesicht.

Zahlreiche Zeugen stützten die Aussagen der beiden Partygäste, die von Hirschmann in einer Vernehmung als "lästige Groupies" bezeichnet wurden, die aus seiner Berühmtheit lediglich Profit schlagen wollten.

Beim Prozess blieb der Angeklagte bis zum Schluss bei seiner eigenen Version, die laut Gericht aber "wenig schlüssig" war.

Das Verfahren in Basel war nicht das einzige, mit dem sich Hirschmann gegenwärtig konfrontiert sieht. Anfang November wurde er in Zürich auf offener Strasse verhaftet und für drei Tage in Untersuchungshaft gesetzt. Über die Gründe der Inhaftierung hält sich der zuständige Staatsanwalt bis heute bedeckt.

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