Stadthaus Schlieren
Care-Team der SBB im Notfall in Schlieren

Bei einem Zugunglück im Limmattal oder im Säuliamt würden im Stadthaus Schlieren Betroffene und Angehörige betreut. Verletzte werden aber nicht versorgt – dies ist die Aufgabe von Blaulichtorganisationen.

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Stadthaus Schlieren

Stadthaus Schlieren

Limmattaler Zeitung

Daniel von Känel

Das Stadthaus Schlieren wird zu einem Care-Betreuungsort für die SBB, wie der Stadtrat mitteilt. «Er dient dem Zweck, in einem Ereignisfall auf dem Schienennetz Betroffene und Angehörige durch das Care-Team der SBB und allfällige weitere Care-Teams zu betreuen und zu begleiten», erklären die SBB den Sinn eines solchen Ortes.

«Beste Voraussetzungen»

Laut dem Stadtrat bietet das Stadthaus Schlieren mit seinen zahlreichen Sitzungsräumen und der installierten Kommunikationstechnologie beste Voraussetzungen für einen solchen Einsatz. Das bedeutet allerdings nicht, dass im Stadthaus Schlieren nun Räumlichkeiten permanent von den SBB benutzt werden. «Die Räume werden nur im Bedarfsfall genutzt», heisst es bei der SBB-Medienstelle auf Anfrage. Für die Betreuung, Gespräche und für die Einsatzleitung brauche es eine gewisse Anzahl Räume. Eine spezielle Infrastruktur sei nicht erforderlich.

Die SBB nehmen den Ort lediglich im Ereignisfall in Betrieb. Zum Betreuen und Begleiten gehören laut SBB beispielsweise Betreuungsgespräche, die Aufnahme von Personalien oder die Organisation der Weiterreise. Der Betreuungsort sei nicht dazu da, um Verletzte zu versorgen. «Das ist Aufgabe der Blaulichtorganisationen», heisst es. Es handelt sich also um psychologische oder praktische Hilfe, die im Stadthaus angeboten würde.

Eigenes Care-Team

Für solche Einsätze verfügen die SBB über eine eigene Care-Organisation. Diese habe aber keine permanenten Angestellten. «Die Mitarbeiter kommen aus verschiedenen Abteilungen der SBB und haben eine spezielle Ausbildung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz erhalten», so die SBB. Diese würden bei einem allfälligen Zugunglück sofort aufgeboten.

Zum Einzugsgebiet des Betreuungsorts Schlieren gehören das Limmattal und das Säuliamt. In der Region Limmattal gibt es keine weiteren Betreuungsorte mehr. Diese sind laut SBB «natürlich so gewählt, dass sie im Ereignisfall innert nützlicher Frist erreichbar sind.»

Beim Zugunglück in Oerlikon im Oktober 2003 beispielsweise kam das Care-Team der SBB zum Einsatz. Damals kollidierten zwei Schnellzüge, über 61 Personen wurden verletzt, eine Person kam ums Leben.

Erlebtes bewältigen

Emotionale und praktische Betreuungsleistungen für direkt wie indirekt Betroffene einer Katastrophe würden zunehmend an Bedeutung gewinnen, heisst es bei Care-Link, einer Betreuungsorganisation, die für verschiedene Unternehmen und Organisationen in der ganzen Schweiz tätig ist. Diese Betreuungsleistungen würden oftmals darüber entscheiden, wie das Erlebte von den verschiedenen Betroffenen bewältigt werde. Diese Erkenntnis habe sich in den vergangenen Jahren weltweit durchgesetzt.

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