Calmy-Rey berndeutscht Mani Matter
Calmy-Rey berndeutscht am Fernsehen

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey war Stargast am «Donnerstag-Jass». Jassen tat die Magistratin in ihrer Heimat aber nicht, nein, sie sagte ein Lied des Berner Troubadors Mani Matter auf. Kann Calmy-Rey jetzt wirklich berndeutsch?

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Es regnete in Visp. Es war nicht wirklich Jasswetter. Und auch zum Jodeln und Singen war einem nicht zu Mute. Trotzdem jassten die Visper im «Donnstig-Jass» was das Zeug hielt.

Mittendrin auf einer Festbank sass die Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Jassen tat die aus Sion stammende Bundesrätin zwar nicht. Weil sie es nicht kann? Moderatorin Monika Fasnacht wollte es von der Bundesrätin nicht wissen. Sie fragte sie stattdessen zu Libyen und zu Ferien aus.

Die Bundesrätin war nicht gekommen, um nur dazu sitzen und die Fasnacht-Fragen zu beantworten. Nein, Micheline wollte auf die Bühne. Ein Lied von Mani Matter würde sie singen, hiess es zuerst. Danach, dass Frau Aussenministerin das Lied in Berndeutsch aufsagen werde.

Sie kann es - ein bisschen

Und das tat sie dann auch. Zunächst konnte das Zuschauervolk aber noch abstimmen, ob Calmy-Rey das auch kann. Sie kann, fanden 64 Prozent der Zuschauer, 36 waren der Ansicht, dass die Magistratin nicht Berndeutsch können wird.

Nun: Sie kann es, zumindest ein bisschen. Allerdings nicht live. Um zehn nach Neun, nach vielen Jassrunden und noch mehr Regen, rezitierte Calmy-Rey Mani Matter Lied«Dene wo's guet geit» - mit nicht überhörbaren Akzent.

Kann die Magistratin also berndeutsch oder nicht? Der anwesende Experte, ETH-Professor Roland Ries, sah die Aufgabe mehr als erfüllt. Sie spreche so berndeutsch, wie es einst die Partrizier taten, nämlich mit rollendem R, so der Experte. Wie oft die Einspielung aus dem Bundeshaus aufgenommen wurde, bis sie so klang wie sie klang, das bleibt Calmys Geheimnis. (rsn)

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