St. Jakob-Park
Büros im Glasturm wenig gefragt

Die UBS hat grösste Mühe, ihre Büros im neuen St. Jakob-Turm zu vermieten. 2000 Quadratmeter Bürofläche sind neun Monate nach der Eröffnung noch immer leer. Sehr viel besser sieht es bei den Wohnungen aus.

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St. Jakob-Turm Basel

St. Jakob-Turm Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Rolf Zenklusen

In «Basels neuem, gläsernen Wahrzeichen», wie es die Promotoren nennen, harzt es mit der Vermietung der Büroflächen. Neun Monate nach der Eröffnung des St. Jakob-Turms sind knapp 2000 Quadratmeter Büroflächen noch nicht vermietet. Auf fünf Stockwerken herrscht in den Büroräumen, deren Fenster nach Nordosten - also gegen das Stadion St. Jakob-Park - zeigen, seit November 2008 gähnende Leere. Vermietet sind im 71 Meter hohen Prunkbau der Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron erst rund 1300 Quadratmeter Büroräume. Bis jetzt haben sich der Fussballverein FC Basel 1893, die Genossenschaft Fussballstadion St. Jakob, die Sportfakultät der Universität Basel, Elektrolux und weitere Dienstleister im markanten Glasbau niedergelassen.

Büros nun stärker vermarktet

«Mich fuchst es auch, dass die Vermietung der Büros in diesem Prestigeobjekt nur schleppend vorangeht», erklärt Riccardo Boscardin, Verantwortlicher für alle Schweizer Immobilienprodukte der UBS. Woran es genau liegt, weiss Boscardin auch nicht wirklich. Sicher habe es mit der Krise zu tun, vielleicht auch mit der Lage der Geschäftsräume eher weg vom Zentrum. Die UBS-Fondsleitung wolle die Anstrengungen für die Vermarktung der Büros verstärken, kündigt Boscardin an: «Es geht etwas, der Trend ist positiv.»

«UBS Sima», der grösste Immobilienfonds der Schweiz, hat rund 88 Millionen Franken in den Turm neben dem St. Jakob-Park investiert. Verwaltet wird der Fonds von der UBS-Fondsleitung. Wegen der Leerstände im St. Jakob-Turm gebe es jedoch keine Einbussen für die Anleger, betont Riccardo Boscardin: «Auf die Performance hat das keinen Einfluss.» Denn der Fonds «UBS Sima» werde getragen von Immobilien im Wert von über fünf Milliarden Franken. Da sei der St. Jakob-Turm mit seinen rund 90 Millionen - oder knapp zwei Prozent - nur ein kleiner Teil. Bei den Liegenschaften, die den Fonds speisen, betrage die durchschnittliche Leerstandsquote deutlich unter drei Prozent, präzisiert Boscardin. «Damit liegen wir weit unter dem Durchschnitt anderer Immobilienprodukte.»

Fast alle Wohnungen vermietet

Insgesamt seien über 85 Prozent aller Flächen im St. Jakob-Turm vermietet, fährt der Immobilienverantwortliche der UBS fort. Und tatsächlich: Der Blick auf den Vermietungsstand bei den Wohnungen im St. Jakob-Turm sieht äusserst gut aus. 36 der insgesamt 37 Wohnungen sind momentan vermietet. «Ja, wir hatten eine einzelne Kündigung», bestätigt Boscardin. Die jetzt leere Maisonette-Wohnung verfügt über eine Fläche von 194 Quadratmetern und erstreckt sich über die 16. und 17. Etage, steht also an der Spitze des Turms, mit Blick auf das Fussballfeld. Der Mietpreis beträgt 4880 Franken zuzüglich Nebenkosten.

Wie der schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft beider Basel (SVIT) am letzten Donnerstag an einer einberufenen Medienkonferenz bekannt gab, sind in Basel-Stadt die Leerstände bei Geschäftsräumen zwar von fast 95 000 Quadratmetern auf rund 111 000 Quadratmeter angestiegen (die bz berichtete). Insgesamt hat der SVIT aber trotz Wirtschaftskrise keine starke Zunahme der Leerstände bei Büroräumlichkeiten festgestellt.

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