Bürgerzufriedenheit
Bürger beanstanden Behörden nicht

«Der Rücklauf war sehr enttäuschend», sagt Wilers Gemeindepräsident Ulrich Schwaller. Dabei bezieht er sich auf die kürzlich durchgeführte Umfrage.

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Umfrage

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Berner Rundschau

Fabienne Wüthrich

Offenbar hinterlässt Wilers Gemeindeservice bei den Einwohnern einen guten Eindruck. Anders lässt sich das Desinteresse an der im Oktober durchgeführten Behördenumfrage kaum erklären. Bis Mitte November konnten interessierte Bürger daran teilnehmen. «Der Rücklauf war sehr enttäuschend», sagt Gemeindepräsident Ulrich Schwaller (parteilos). Ganze drei ausgefüllte Fragebogen hätten sie zurückerhalten.

«Aus unserer Sicht zeugt das von einer grossen Zufriedenheit und Vertrauen in die Behörden und die Verwaltung», so Schwaller. Er ist sich sicher: Hätten die Bürger etwas zu beanstanden, «hätten wir wohl wesentlich mehr Fragebogen bekommen».

Keine Massnahmen geplant

Trotzdem wirkt Schwaller ein bisschen frustriert - was nicht verwundert, schliesslich ist eine solche Umfrage jeweils mit Aufwand verbunden. Mehr noch. Laut Schwaller gehört in ein gutes «Unternehmen», dass es die Kundenzufriedenheit misst. «Letztlich ist eine Gemeinde respektive deren Behörden nichts anderes als ein Unternehmen - und die Bürger sind die Kunden», sagt er. Dementsprechend sei es nur logisch gewesen, dass die Gemeinde eine Umfrage durchführte, um die Kundenzufriedenheit zu messen. Auch der Zeitpunkt wurde absichtlich so festgelegt. Schwaller: «Am Anfang einer Legislatur ist das ideal, weil so genügend Zeit übrig bleibt, um eventuell nötige Massnahmen umzusetzen.» Zudem werde verhindert, dass gemachte Fehler nicht eine ganze Legislatur hindurch begangen würden.

Ausgewertet wurden die eingeschickten Fragebogen vom Gemeindeschreiber und Schwaller. Die drei Teilnehmer sind laut dem Gemeindepräsidenten mit den Behörden und der Verwaltung zufrieden: «Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv.» Vor allem die Meinungen über die neue Postagentur - sie ist seit kurzem in der Verwaltung integriert - interessierte die Gemeinde. Dazu gab es in zwei Rückmeldungen Unklarheiten über die Dienstleistungen, sagt er. «Sie wurden aber bilateral mit den betreffenden Leuten geklärt.» Verbesserungswünsche seien keine angebracht worden. Weil die Anzahl der Rückmeldungen so gering war und keine Anregungen oder Unzufriedenheiten gemeldet wurden, «sind keine Massnahmen geplant».

Finanziell kein Abenteuer

Rein rechnerisch hat sich die Umfrage zwar für Wiler nicht gelohnt, dafür war sie aber auch finanziell kein Abenteuer. «Es wurden keine speziellen Kosten verursacht», sagt Schwaller. Die Umfrage sei zusammen mit dem ordentlichen Gemeindebulletin in alle Haushaltungen versandt worden. «Als Kosten können wir also höchstens ein Blatt Papier pro Haushalt und die Zeit für die Erstellung und Auswertung des Fragebogens aufführen.»