«Getrennt – wie weiter?» – Gemeinsam über das Ende sprechen

«Getrennt – wie weiter?» – Gemeinsam über das Ende sprechen

Die Berner Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare bietet ab heute in Burgdorf zum ersten Mal einen Kurs für getrennt lebende Frauen an. Dabei wird gemeinsam unter fachlicher Begleitung über Themen wie Wut,Trauer oder Einsamkeit gesprochen.

Ob die Menschen nun 20 oder 60 Jahre alt sind – das Ende einer Beziehung ist in jedem Lebensabschnitt prägend. Trennungen tun weh und brauchen einige Zeit, um verarbeitet zu werden. In Burgdorf hilft nun ein neues Gruppenangebot, solche Situationen gemeinsam zu überwinden. Unter dem Titel «Getrennt – wie weiter?» bietet die Berner Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare (Frabina) ab heute zum ersten Mal einen Kurs für das weibliche Geschlecht an.

Begleitung durch Profis

Frauen würden eine Trennungssituation anders erleben als Männer, sagt Sozialarbeiterin Tania Oliveira von Frabina. Sie konkretisiert: «Die Gruppe gibt Frauen einen Raum, der ihnen die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.» Das Angebot richte sich an Frauen, die sich freiwillig oder unfreiwillig in einer Trennungssituation befinden «und diesen Lebensabschnitt eigenständig gestalten möchten».

Die Teilnehmerinnen würden sich vor, während oder nach einer Trennung befinden und wollten über die Situation nachdenken sowie gemeinsam neue Perspektiven entwickeln. Es gebe zahlreiche Themen, die die Frauen in dieser Zeit beschäftigen. Das seien unter anderem Trauer, Wut, Einsamkeit, Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Partner, das Zusammenleben mit den Kindern, eine neue Partnerschaft, Sorge- und Besuchsrechtfragen oder finanzielle Probleme. Während ihrer Sitzungen werden die Teilnehmerinnen von zwei ausgebildeten Sozialarbeiterinnen begleitet – sie leiten die Gruppe.

Laut Oliveira können maximal zehn Frauen an der Gruppe teilnehmen. Zurzeit hätten sich sechs Teilnehmerinnen angemeldet. «Wir haben noch Kapazität», sagt sie. Ein Einstieg sei noch am zweiten Abend möglich, «nach diesem Treffen ist die Gruppe aber vollständig».

Das Angebot werde ab heute acht Mal durchgeführt – immer am Montagabend von 18.30 bis 20.30 Uhr im Kirchgemeindehaus an der Lyssachstrasse. «In der Regel treffen sich die Teilnehmerinnen aber weiter – oft über mehrere Monate hinweg.»

«Kein vergleichbares Angebot»

Seit zehn Jahren würde der Kurs «Getrennt – wie weiter?» in verschiedenen Regionen des Kantons Bern angeboten. So beispielsweise in Langnau sowie in den Städten Bern und Thun.

An diesen Kursen hätten oft auch Frauen aus der Region Burgdorf teilgenommen. Oliveira: «Hier gibt es kein vergleichbares Angebot.» Auch schliesse die Region Burgdorf zahlreiche Gemeinden und ein grosses Einzugsgebiet ein. Zudem würden die Beratungsstelle Ehe, Partnerschaft und Familie sowie andere soziale Organisationen der Stadt den Bedarf eines solchen Angebotes bestätigen. (mz/fwb/aen)

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