Bürenamt

Mit dem Spitzenreiter Belp können die Gemeinden im unteren Bürenamt zwar nicht mithalten. Aber im neuen Rating des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern haben alle erfassten Gemeinden zugelegt.

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Leuzigen legt von allen Gemeinden am meisten zu

Leuzigen legt von allen Gemeinden am meisten zu

Am besten schneidet Lengnau ab. Von 160 möglichen Punkten holt die Gemeinde 122, knapp gefolgt von Büren mit 120. Pieterlen verbucht 118 Punkte, Arch 109 und Leuzigen 108. Das Schlusslicht Leuzigen schlägt hingegen alle, gemessen an der Veränderung seit der letzten Erhebung vor vier Jahren.

Denn die Gemeinde hat acht Punkte gutgemacht. Die übrigen Orte haben zwischen fünf und sieben Punkte zugelegt. Damit folgt Leuzigen dem Trend der Studie. Die Gemeinden in der hinteren Hälfte holen schneller auf, als diejenigen der vorderen zulegen können.

Leuzigen im Aufwind

Angesprochen auf die «Aufholjagd» von Leuzigen, reagiert der Gemeindepräsident zurückhaltend. «Es ist so eine Sache mit der Aussagekraft solcher Ratings. Diese sind mehr auf grosse und Agglomerationsgemeinden ausgerichtet.» Rolf Schlup sagt weiter: «In Leuzigen arbeiten wir nicht auf eine Verbesserung bei solchen Studien hin.» Er habe sich mit dem Bericht noch nicht befasst. Deshalb kenne er die Faktoren nicht, die der Handels- und Industrieverein (HIV) erhoben hat.

Als positive Punkte hebt der Gemeindepräsident in Leuzigen das schöne Naherholungsgebiet und die stabile Finanzlage hervor. Eine Steuersenkung habe es seit 2004 nicht gegeben. Doch nun sei das Thema im Gespräch. Sollte die Gemeinde in den nächsten vier Jahren tatsächlich den Steuerfuss reduzieren, ist ihr ein weiterer Punktezuwachs sicher.

Denn das Augenmerk beim Gemeinderating gilt den Rahmenbedingungen, die sich günstig auf die Wirtschaft auswirken. In diesem Zusammenhang sorgt sich HIV-Präsident Niklaus J. Lüthi besonders um die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Kantons Bern im nationalen Vergleich. Die Steuersituation trägt daran die Hauptschuld», ist er überzeugt. «Für mich ist es unglaublich, dass die Berner offenbar nicht begreifen, dass beim Kanton gerade dank einer Steuersenkung mehr Geld in die Kasse fliessen kann.»

Bereits jetzt zieht Leuzigen beim Faktor «Steuern und Gebühren» gleich mit Lengnau (23 Punkte). Dabei ist die Steueranlage in Leuzigen höher. Dazu kommt, dass auch die Gebühren in Leuzigen höher sind als in Lengnau.

Grenchen wichtig, aber ohne Flughafen

Wie allerdings Büren zu seiner starken Rangierung in Sachen «Verkehr und Parkieren» kommt, konnte gestern beim HIV niemand erklären. Fest steht bloss, dass «grundsätzlich nur Massnahmen berücksichtigt werden, die bereits existieren». Trotz aller planerischen Anstrengungen lässt sich das von der Stedtli-Umfahrung noch nicht behaupten.

Faktoren, von denen alle Gemeinden im unteren Bürenamt profitieren, sind die Autobahn und die Anbindung an die Buslinien von Grenchen und Solothurn. Angesichts dieser ausserkantonalen Pluspunkte verwundert es nicht, dass das Rating für die genannten Gemeinden eher in Grenchen eine Zentrumsfunktion ortet als in Biel. Erstaunlicherweise hat der HIV aber den Flughafen Grenchen ausser Acht gelassen und Belp als nächsten Flughafen für das Bürenamt angenommen.

Bei den «weichen Faktoren», die einen Standort attraktiv machen, hebt der HIV die Umgestaltung der Hauptstrasse zwischen Grenchen und Biel lobend hervor. Diese strukturelle Massnahme ist im Zuge der Autobahneröffnung möglich geworden. (mz/dd/dge)