Geldwäscherei

Bundesstrafgericht spricht Walliser Banker frei

Geld gewaschen (Symbolbild)

Geld gewaschen (Symbolbild)

Das Bundesstrafgericht hat zwei Walliser Banker vom Vorwurf der Geldwäscherei freigesprochen. Die Bundesanwaltschaft (BA) hatte den beiden vorgeworfen, die Gelder eines korrupten italienischen Beamten gewaschen zu haben.

Die beiden Bankangestellten hätten zwar nachlässig, aber nicht absichtlich gehandelt, hielt Gerichtspräsident Roy Garré bei der Urteilsverkündung fest. "Wenn sie gewusst hätten, mit wem sie es zu tun haben, dann hätten sie wohl die Finger davon gelassen."

Bundesstaatsanwalt Andrea Gianini hatte den beiden vorsätzliches Handeln vorgeworfen und für beide eine bedingte Geldstrafe von je 300 Tagessätzen à 300 Franken plädiert.

Die beiden Angeklagten im Alter von 54 und 59 Jahren, die bei der Urteilsverkündung nicht anwesend waren, hatten vor Gericht jede Schuld von sich gewiesen.

Mit einem blauen Auge kam auch der 49-jährige Italiener davon. Das Bundesstrafgericht verurteilte den ehemaligen Beamten wegen Geldwäscherei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Tagen.

Es handelt sich um eine Zusatzstrafe, denn wegen Korruption war er im April 2006 in Italien bereits zu 1 Jahr, 11 Monaten und 10 Tagen bedingt verurteilt worden. Mit diesem Urteil lasse sich gut leben, sagte Mario Postizzi, der Anwalt des 49-Jährigen, auf Anfrage.

Der wegen Geldwäscherei angeklagte Italiener war als Beamter in der Region Aosta-Tal für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen zuständig gewesen.

Zum Handkuss liess er oft Firmen kommen, die ihn bestachen, insbesondere nach den Überschwemmungen im Aosta-Tal im Herbst 2000. Die vom Bundesstrafgericht als massgebend betrachtete Korruptionssumme beläuft sich auf 351 489,35 Euro.

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