Marianne Gertsch

Bundesrat Ueli Maurer malt für Märlibuch

Ideenreich: Marianne Gertsch arbeitet bereits am zweiten und dritten Kinderbuch, für die Prominente malen.

Marianne Gertsch

Ideenreich: Marianne Gertsch arbeitet bereits am zweiten und dritten Kinderbuch, für die Prominente malen.

Das Berner Kantonswappen steht im Zentrum des neuen Kinderbuchs der Bürerin Marianne Gertsch. 20 Manager und hochrangige Politiker nehmen für dieses Werk einen Abend pro Monat Bleistift und Pinsel zur Hand.

Daniela Deck

Marianne Gertsch weiss, was sie will. Nach dem Erfolg mit dem Bilderbuch «König von Büren» steht der Berner Bär auf ihrer Agenda. Die Bilder dazu soll nicht irgendwer malen, sondern die politischen und wirtschaftlichen Schwergewichte des Landes. «Den ersten, den ich letztes Jahr im März angefragt habe, war Nationalrat Ueli Maurer. Ich habe ihn immer in der Rundschau gehört und mir gedacht, dass sich dieser Mann für Geschichte und Fahnen interessieren könnte. Er hat begeistert zugesagt», erzählt Marianne Gertsch. Und er hat die Zusage nicht zurückgenommen, als er Bundesrat wurde.
Seit diesem März trifft Ueli Maurer sich einen Abend pro Monat mit anderen Politikern verschiedener Parteien und Wirschaftsgrössen, um Marianne Gertschs Geschichte Konturen und Farbe zu geben.

«Männer arbeiten gewissenhaft»

«Der Berner Bär springt aus der Berner Fahne» heisst das 55-seitige Buch. Für 20 Seiten hat die Autorin bisher Maler gefunden. Dazu gehören nach Aussage von Marianne Gertsch Nationalrat Ricardo Lumengo, der Präsident der Burgergemeinde Bern, Franz von Graffenried, der Vizedirektor von Bernmobil, Markus Anderegg, und IV-Direktor Markus Gamper. Nur zwei Frauen seien dabei. Eine Tatsache, die Marianne Gertsch nicht stört. «Es ist echt schön, mit Männern zu arbeiten. Sie sind exakt und gewissenhaft.» Überhaupt ist ihr aufgefallen, dass «Männer leichter Zugang zu Märchen finden als Frauen».

Das Konzept ist grundsätzlich dasselbe wie in Büren. Nur, dass die Künstlerin diesmal nicht mit Unterschriftenlisten arbeiten konnte. Für den Kontakt mit Post- und Bahnmanagern und Firmenbossen aus der Privatwirtschaft musste eine umfangreiche Präsentationsmappe her. Nach dem erfolgreichen Start vor zwei Monaten will Marianne Gertsch in den nächsten Tagen wieder eine Reihe Mappen losschicken. 35 Märchenseiten warten noch auf Abnehmer. Die Vernissage, verbunden mit einem Volksfest, plant sie für Sommer 2010.

Wenig Aufwand für gutes Resultat

Das Buch über Büren wirkte für Marianne Gertsch wie ein Sesam-öffne-Dich. Nun baut sie auf die Beziehungen auf, die sie damals geknüpft hat. «Ohne Büren gäbe es jetzt keinen Berner Bären», bringt sie es auf den Punkt. Geöffnet haben sich ihr nicht nur die Türen zu den Hobbykünstlern, sondern auch zum Hotel Bären in der Stadt Bern. Dort treffen sich die Gruppen zum Malen. «Auch der Hotelier Hannes Imboden macht mit», freut sie sich.

So gehts: Jeder zeichnet sein Bild von einer Fotografie ab. Die Bleistiftskizze wird mit Künstlerwasserfarben und Gouache aus der Tube koloriert. Die Aufnahmen aus der Bundeshauptstadt habe Bern Tourismus zur Verfügung gestellt, so Gertsch. Das Berner Wappentier, das schon im Buchtitel aussteigt, wird als Einziges nicht handgezeichnet, sondern durchgepaust. «Was die Maltechniken angeht, so habe ich sie so ausgewählt, dass es mit wenig Aufwand professionell aussieht.» Damit könne sie jedem ein gutes Bild garantieren, «auch denen, die nicht wie Bundesrat Maurer malen können». Marianne Gertsch ist überzeugt: «Das gibt einen Traum von Buch.» Ein weiteres Prunkstück, das in Leipzig in der Nationalbibliothek einen Ehrenplatz erhalten wird.

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