Bundesgericht bestätigt Urteil gegen Innerrhoder Landwirt

Eine Frau nimmt Heu ein (Archiv)

Eine Frau nimmt Heu ein (Archiv)

Ein Innerrhoder Landwirt hat seine Stieftochter jahrelang als Arbeitskraft in Haus und Hof missbraucht und damit seine Fürsorge- und Erziehungspflichten verletzt. Das Bundesgericht hat eine Verurteilung des Bauern bestätigt.

Die Lausanner Richter wiesen eine Beschwerde des Landwirts ab, wie das Bundesgericht bekanntgab. Das Bezirks- und das Kantonsgericht hatten den Bauern zu einer bedingten Geldstrafe von 7500 Franken und einer Busse von 500 Franken verurteilt. Zudem muss er der Stieftochter Schadenersatz und Genugtuung zahlen.

Das Mädchen war 2002 im Alter von zwölf Jahren auf den Hof des Stiefvaters gekommen. Während mehr als drei Jahren wurde es wie ein Verdingkind zu harter Arbeit gezwungen: Es musste drei kleinere Kinder wickeln und betreuen, kochen, waschen, im Stall helfen, heuen und Obst ernten.

Arbeitete es nicht, wie der Stiefvater es wollte, wurde es vom Bauern beschimpft und mit Gegenständen beworfen. Darunter litt die schulische Entwicklung des Mädchens, das wegen einer Behinderung überdurchschnittlich langsam und sensibel ist.

Das Bezirksgericht sprach den Landwirt Mitte 2007 der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten schuldig. Vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs des Kinds wurde der Mann freigesprochen. Das Innerrhoder Kantonsgericht bestätigte das Urteil im Herbst 2008.

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