Sven Zaugg

Milben, Bakterien, Viren und das Klima setzen den Schweizer Bienenvölker zu. Die Imker haben massive Verluste zu beklagen; jedes fünfte Bienenvolk ist im vergangenen Winter eingegangen. «Der finanzielle Schaden für die Landwirtschaft ist auf über 10 Millionen Franken zu beziffern», konstantiert Richard Wyss, Präsident Schweizer Imkerverband.

Das eidgenössische Zentrum für Bienenforschung (ZBF) schätzt, dass die Arbeit der Honigbienen rund 270 Millionen Franken wert ist. So gross sei der Betrag, den die Bienen jedes Jahr in der Schweiz bei Produktionen von Erdbeeren, Kirschen, Äpfel oder Birnen vollbringen. Ein Betrag der im Sinken begriffen ist.

Bund will Forschung kürzen

Mitunter wird die Varroamilbe für das Bienensterben verantwortlich gemacht. Ein 1,6 Milimeter kleines Spinnentier, das sich bei der Honigbiene, ähnlich einem Blutegel beim Säugetier, festbeisst. Durch die Varroamilbe und zusätzlich durch allfällige Viren kann die Lebensdauer der langlebigen Bienen derart verkürzt werden, dass im Extremfall ein Volk stirbt.

Richard Wyss kritisiert derweil, dass der Bund Beiträge für die Bienenforschung um rund einen Drittel kürzen will. «Das wäre eine Riesen-Katastrophe.» Zwar haben Experten bereits verschiedene Hypothesen aufgestellt, «trotzdem bleibt die Wissenschaft noch immer eine Antwort schuldig, weshalb die Bienen verenden», erklärt Wyss.

Klar ist, dass das Bienensterben uns ganz direkt betrifft: Experten gehen davon aus, dass ein Drittel der Nahrungsmittel direkt von der Bestäubungsleistung der Bienen abhängig ist.