Fabian Hägler

«Als meine eigene Tochter in die Schule kam, habe ich sie persönlich mit unserem Eseltaxi zum Schulhaus gebracht», erinnert sich Nik Sax aus Büttikon. Das ist mittlerweile schon 23 Jahre her, doch daraus hat sich eine spezielle Tradition ergeben.

Nik Sax und seine Frau Vreni holen seither jedes Jahr die Kindergärtler ab und kutschieren sie zum Schulanfang. 14 neue Erstklässler waren es dieses Jahr, die bei schönstem Wetter durchs Dorf gefahren wurden und sichtlich Spass hatten am ungewöhnlichen Transportmittel.

Vor dem Büttiker Schulhaus angekommen, wurden die Neulinge von den Schülerinnen und Schülern mit einem Lied herzlich begrüsst. «Juhui, mir gönd i dSchuel» stand gross auf einem Plakat auf dem Eselwagen, und dies war auch die Botschaft von Schulleiter Daniel Wieser.

Zuzüger aus den USA

«Wir freuen uns, dass ihr jetzt auch hier seid, es ist lässig, die neuen Erstklässer zu begrüssen», sagte Wieser. Derzeit besuchen 64 Kinder von der 1. bis zur 5. Klasse die Schule in Büttikon. Speziell begrüsste Wieser vier Kinder aus den USA. «Ich hoffe, ihr werdet euch hier wohl fühlen», sagte der Schulleiter auf Englisch. Und zu den Schweizer Schülern gewandt: «Wenn ihr jetzt nicht viel verstanden habt, dann geht es euch wie euren neuen Kameraden: Sie werden am Anfang auch noch nicht viel Deutsch verstehen», meinte er.

Dass die vier englischsprachigen Kinder in Büttikon die Schule besuchen würden, hatte Wieser erst kurzfristig erfahren. «Jetzt ist von uns etwas Flexibilität gefordert, wir müssen unter anderem Deutschunterricht für sie organisieren», erklärte er.

Start für Integrative Schulung

Neu sind in Büttikon nicht nur die vier Kinder aus den USA, sondern auch die Einführung der Integrativen Schulung. «Für unsere Schule ist das ein wichtiger Schritt», betonte Wieser. Die notwendigen Lehrpersonen und Räume seien vorhanden, «auch wenn wir bei den Schulräumen eher knapp dran sind», sagte er.

Dennoch dränge sich in den nächsten Jahren kein Schulhaus- ausbau auf. «Wir könnten hier in Büttikon auch eine sechste Klasse auf der Primarstufe unterbringen», blickte Wieser voraus.