Fabian Hägler

«Der neue Wall wird keine Berliner Mauer, sondern ein Gewinn für die Landschaft», erklärte der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler. Für die Bauern, die in der Umgebung ihr Land bewirtschaften, ist der Damm dennoch eine Einschränkung.

Einerseits werden ihre Felder zerschnitten, andererseits wird bei Hochwasser eine Fläche von maximal 42 Hektaren überflutet. «Wir sind sehr froh, dass wir gute Gespräche mit den betroffenen Bauern und Landeigentümern führen konnten», sagte Regierungsrat Peter Beyeler.

Entschädigung geregelt

Markus Zumsteg, Leiter der kantonalen Sektion Wasserbau, erläuterte: «Wenn die Bünz in Zukunft Hochwasser führt und hinter dem Damm gestaut wird, erhalten die betroffenen Bauern eine Entschädigung für Ertragsausfälle und Folgeschäden.»

Walter Dubler ergänzte, es gehe konkret um vier Parzellen. «Wir haben mit den Besitzern im letzten Jahr sehr konstruktive Besprechungen geführt».

Kulturen bleiben frei wählbar

Einen wichtigen Aspekt für die Landwirtschaft stellte Markus Zumsteg klar: «Es gibt hinter dem neuen Hochwasserdamm keine Einschränkungen, was die Art der Kulturen betrifft.» Das heisst: Die Bauern dürfen weiterhin frei auswählen, ob sie Mais anbauen, die Flächen als Viehweide nutzen, Getreide ansäen oder ein Gemüsefeld anlegen.

Zumsteg betonte auch, bei der präsentierten Skizze handle es sich keineswegs um ein fertiges Bauprojekt. «Die exakte Lage des Damms ist heute noch nicht festgelegt. Wir werden im nächsten halben Jahr sehr intensiv an der Projektoptimierung arbeiten und mit betroffenen Bauern die besten Lösungen suchen.»

Walter Dubler erklärte, für diese Details solle eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Landwirtschaft, Naturschutz und Planern eingesetzt werden.

Bedenken angemeldet

Kurt Kuhn, Bauer vom Sonnhaldenhof (im Plan oben rechts), wandte ein: «Es ist für mich völlig undenkbar, dass die Waltenschwilerstrasse überflutet wird. Dann würde unser Hof mehr als einen Meter unter Wasser stehen.» Zumsteg entgegnete, die Strasse würde auf keinen Fall überflutet. Und Martin Tschannen, Projektleiter Gefahrenkarte beim Kanton, ergänzte: «Sollten durch den Damm neue Gefahren entstehen, würden wir den Hof natürlich schützen.»