Reinhardt

Bündner Polizeichef erschoss sich mit Dienstwaffe

Markus Reinhardt (Archivbild) hat sich selbst erschossen

Markus Reinhardt (Archivbild) hat sich selbst erschossen

Der ehemalige WEF-Sicherheitschef und Bündner Polizeikommandant Markus Reinhardt hat sich mit seiner Dienstwaffe im Hotelzimmer das Leben genommen. Kurz bevor er sich mit seiner Chefin Regierungsrätin Barbara Janom Steiner treffen sollte. Sie wollte ihn wegen seines Alkoholkonsums zur Rede stellen.

Der ehemalige WEF-Sicherheitschef und Bündner Polizeikommandant Markus Reinhardt hat sich mit seiner Dienstwaffe im Hotelzimmer das Leben genommen. Das sagte Staatsanwalt Maurus Egger heute in Chur mit.
Der Tod sei zwischen 6.30 und 7.45 Uhr eingetreten. Einen Schuss habe niemand gehört. Ob Reinhardt zum Todeszeitpunkt alkoholisiert gewesen war, wollte Egger nicht sagen. Ein Abschiedsbrief hat die Polizei nicht gefunden.

Welche Rolle der Alkohol bei seinem Tod gespielt hat, ist offen. «Wir können einen direkten Zusammenhang mit seinen Alkohol-Problemen nicht nachweisen», so Regierungsrätin Barbara Janom Steiner. «Wir wissen nicht, welche Gründe Markus Reinhardt zu diesem Schritt bewogen haben.»

Reinhardt hatte ein Alkoholproblem

Janom Steiner bestätigte aber, dass Reinhardt ein Alkoholproblem hatte. So erschien er am Sonntag betrunken am WEF-Kommandoposten. Janom Steiner wollte ihn deswegen am Dienstag zur Rede stellen.

Hätte sich der Verdacht bestätigt, hätte Janom Steiner Reinhardt die Verantwortung fürs WEF umgehend entzogen, wie sie sagte. Die Regierungsrätin hat Reinhardt am Dienstag früh um halb sieben angerufen und ihn um ein Treffen vor dem für später geplanten WEF-Rapport geben.

Weshalb sie ihn sehen wollte, habe sie ihm nicht gesagt. Sie ging anschliessend zu Reinhardts Hotel. Dort versuchte sie ihn per Telefon zu erreichen, nachdem er nicht wie vereinbart in der Lobby erschien. Ein Mitarbeiter ging schliesslich ins Hotelzimmer und fand den WEF-Sicherheitschef leblos auf.

Janom Steiner wusste es seit 2008

Janom Steiner wusste seit 2008 von Reinhardts Alkohol-Problemen. Sie habe die Regierung umgehend darüber informiert und mit Reinhardt vereinbart, dass dieser sich behandeln lassen müsse. Die Massnahme habe Wirkung gezeigt. Die ärztlichen Berichte hätten zumindest eine Besserung gezeigt.

Janom Steiner wies Berichte, wonach Reinhardt kürzlich alkoholisiert in eine Polizeikontrolle geraten sei, zurück. «Wir haben keinerlei Rapporte oder einer Verkehrsdelikt in Zusammenhang mit Alkohol in den Akten.» Überhaupt habe es keine Beanstandungen deswegen bei der Polizei gegeben, sagt sie.

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